Ein neues Kulturprojekt wird am Donnerstag gestartet. Die erste von fünf Kulturbänken wird übergeben.

Halberstadt. Pünktlich zum Frühjahr wird in der Kreisstadt ein neues Projekt gestartet. Das gibt es so bislang kein zweites Mal. "Kulturbänke für Halberstadt - eine historische Stadt lädt ein zum Verweilen und Staunen" ist die Bezeichnung. Eine Initiative der Stadt Halberstadt und des Kulturrates der Stadt, die gemeinsam mit der Oskar Kämmer Schule Gemeinnützige Bildungsgesellschaft mbH umgesetzt wird. Was verbirgt sich dahinter?

Die Idee ist, einen Pfad aus Bänken im öffentlichen Stadtraum zu schaffen. Bänke, die zum Verweilen und Ausruhen einladen. Die Sitzgelegenheiten tragen die Namen ausgewählter historischer Persönlichkeiten, die in Halberstadt gelebt haben. "Die Kulturbänke bieten somit Informationen und sind zugleich eigenständiges Kultur-Objekt in Halberstadt", sagt Ute Huch, Sprecherin der Stadtverwaltung.

Die ersten fünf Bänke warten schon seit etwa zweieinhalb Monaten darauf, im Stadtgebiet aufgestellt zu werden. Der lange Winter hat das bislang verhindert und dafür gesorgt, dass die sehenswerten Konstruktionen mittlerweile Staub angesetzt haben. Damit ist jedoch jetzt Schluss. Bereits morgen wird die erste Bank um 14 Uhr der Öffentlichkeit am Gleimdenkmal übergeben. Sie trägt den Namen Johann Wilhelm Gleim.

Weitere Bänke für die Grünanlage im Poetengang folgen. Sie tragen die Namen bekannter Halberstädter Persönlichkeiten wie Freiherr-von-Spiegel-Bank, die Ferdinand-Heine-Bank, die Berend-Lehmann-Bank und die Margarethe-Schraube-Bank.

Entstanden sind sie während einer sechsmonatigen Arbeitsmaßnahme in der Werkstatt der Oskar Kämmer Schule in der Schützenstraße, die von der Arge gefördert wurde. Zehn Frauen und Männer haben daran gearbeitet und Herzblut investiert, wie Uwe Hildebrandt, stellvertretender Standortleiter der Bildungsgesellschaft, berichtete. "Die Bänke sind etwas Besonderes, was nicht jeder hat. Sie wurden von den Teilnehmern mit Anregung selbst entwickelt", sagt Hildebrandt stolz. Die 80 Kilogramm schweren Bänke bieten beidseitig Sitzgelegenheiten, in der Mitte befindet sich eine Info-Tafel mit Angaben zu der Person, die ihren Namen trägt. "Die Museen haben ganz eng mit uns zusammengearbeitet und konnten die Farben auswählen", so Uwe Hildebrandt. Man habe auch alles erdenklich Mögliche getan, um die Konstruktionen sehr stabil zu bauen, damit sie weniger anfällig für Beschädigungen sind.

"Mögliche Folgeprojekte könnten der Pfad ¿Die Kulturbank der Ärzte und Apotheker\' in der Schützenstraße und ¿Die Kulturbank der Künstler, Musiker und Maler\' in der Plantage sein", informiert Ute Huch. Allerdings ist die Finanzierung noch unklar. "Wir würden gern für die Folgeprojekte die Bänke bauen. Dafür fehlt uns aber noch das grüne Licht der KoBa", so Uwe Hildebrandt.