Das Radio dudelt, aus einem Raum dringt ein schabendes Geräusch. Im Herrenhaus des Burchardiklosters sind Maler bei der Arbeit. Sie bereiten vier Räume für eine Ausstellung vor. Der Förderverein Kunstausstellung Johann-Peter Hinz finanziert die Arbeiten.

Halberstadt. Ralph Reps rückt die große Leiter ein Stück weiter, sein Kollege Berndt Keller steht schon kurz unterhalb der Decke und nässt die Tapete ein. Die beiden Männer sind seit Tagen im Herrenhaus des Burchardiklosters aktiv, um im ersten Obergeschoss des Hauses vier Räume neu zu gestalten. Sie entfernen die alte Raufasertapete, unter der an vielen Stellen die alte Wandfarbe wieder hervorkommt. Florale Muster sind zu erkennen, kräftige Deckenfarben, zarte Wandmalerei. In einem Raum blickt man bis aufs Fachwerk- skelett des Hauses, im Winter hat ein Wasserrohrbruch einigen Räumen massiv Schaden zugefügt.

Türen fehlen in der langen Flucht der hintereinanderliegenden Räume, die blanken Holzzargen sollen noch abgebaut werden. Sie verschwinden ebenso aus dem Blickfeld wie der alte Bodenbelag aus Spanplatte und gutem alten DDR-Sprelacart-Belag. Stattdessen liegen die breiten Dielen wieder offen, noch überzogen von Kleberresten und Malerstaub. Dennoch sind Rauten und Kreuze als Gestaltungselemente des derben Dielenbodens zu erkennen.

Christof Hallegger steht in den Räumen, schaut kritisch auf die bisher geleistete Arbeit. Der Architekt ist Mitglied im Vorstand des Fördervereins Kunstausstellung Johann-Peter Hinz. Der Verein verfolgt das Ziel, noch in diesem Jahr eine Ausstellung zu eröffnen, die sich dem Werk und Leben des Metallgestalters und Halberstädter Ehrenbürgers Johann-Peter Hinz widmet.

"Noch steht das Ausstellungskonzept nicht", sagt Hallegger, "daran wird zurzeit noch gearbeitet. Klar ist allerdings, dass die vom Treppenhaus abgehenden Zimmerfluchten mit zwei Ganz- Glastüren versehen werden. So kann der große Saal genutzt werden, auch wenn die Ausstellung geschlossen ist", erläuterte Hallegger. Der Saal wird, wie viele andere Räume im Haus auch, von dem John-Cage-Orgelkunstprojekt mit genutzt, dessen Kuratorium im Herrenhaus sein Domizil hat. Nebenan in der Burchardikirche tönt das auf 639 Jahre angelegte Orgelstück, um dessen Aufführung in Halberstadt sich Hinz ebenfalls verdient gemacht hatte. "Dieses Haus steht der Kunst und der Musik in Gänze zur Verfügung", sagt der Halberstädter.

Der Förderverein ist froh, dass der erste Bauabschnitt begonnen werden konnte. "Wir freuen uns, dass die Firma Schmidgunst und Hermann einen Teil der notwendigen Arbeiten spendet, das hilft unserem Anliegen sehr", so Hallegger. Der Verein sucht weiterhin Spender und Mitglieder. Weitere Informationen im Internet unter:

www.johann-peter-hinz-foerderverein.de