Auf dem Wegeleber Fußballplatz erlebten 27 Mädchen und Jungen vom SV Meteor Wegeleben und vom Harsleber SV Germania 08 ein Training nach den Richtlinien des Deutschen Fußball Bundes (DFB). 90 Minuten wurden sie von Heinzekhart Fuchs, der mit dem DFB-Mobil angereist war, und ihren Trainern ordentlich in Bewegung gehalten und hatten viel Spaß dabei.

Wegeleben/Harsleben. Es war nicht unbedingt das Wetter, das sich der Veranstalter und die jungen Kicker für diesen Trainingsnachmittag gewünscht hatten. Denn ein starker und eiskalter Wind wehte über den Fußballplatz der Bodestadt, später setzte obendrein auch noch fieser Nieselregen ein.

Doch so richtig schien das Aprilwetter niemanden zu stören. Denn während Heinzekhart Fuchs - seines Zeichens Kreislehrwart des Kreisfachverbandes Fußball Harz - und sein Trainerkollege Ulf Buchmann auf dem Platz ein 30 mal 30 Meter großes Feld absteckten, darin neun gleichgroße Zonen mit Hütchen markierten und Kleinfeldtore aufstellten, tollten im Hintergrund bereits über zwei Dutzend Mädchen und Jungen aus Harsleben und Wegeleben mit den Bällen.

"Wir haben in unserem Verein nur elf Kinder bei den E- und F-Junioren", erklärte Frank Mittmann, Vorsitzender des SV Meteor Wegeleben. "Als wir von der Möglichkeit erfuhren, das DFB-Mobil hierher zu uns zu bekommen, haben wir kurzerhand die Gleichaltrigen vom Harsleber SV Germania 08 eingeladen." Und die kamen mit ihrem Trainer Alfred Schröder überaus gern.

"Wir möchten heute mit euch ein altersgerechtes Training abhalten", erklärte Heinzekhart Fuchs den Kindern bei der Einweisung. "Dafür ist es wichtig, dass ihr alle bei den Übungen mitmacht und bei den vielfältigen Spielformen zeigt, was ihr schon könnt."

An die Trainer Alfred Schröder, Frank Mittmann und Sven Loose gerichtet sagte der DFB-Mobil-Teamer, dass der Verband den Vereinstrainern, die überwiegend nicht lizenziert seien, mit diesem Projekt Anregungen und Tipps für die Gestaltung ihres Kinder- und Jugendtrainings geben möchte.

In drei Gruppen aufgeteilt und mit gelben, orangenen und blauen Leibchen versehen, wurde die Aufwärmphase gestartet. Beim sogenannten Schwänzchen-Fangen - alle hatten die Leibchen hinten in den Hosenbund gesteckt - galt es möglichst schnell viele der gegnerischen Farben zu erhaschen und dabei durch geschicktes Ausweichen das eigene "Schwänzchen" zu sichern.

Weiter ging es mit kleinen Spielen, bei denen jeder beim Felderwechsel auf Kommando verschiedene Aufgaben mit dem eigenen Ball lösen musste und auch zeigen konnte, welche Tricks schon beherrscht werden. Durch die Bewegung gut aufgewärmt, startete nahtlos die nächste Phase. Im Hauptteil galt es dann an drei Stationen Dribbling, Pass-Spiel und Torschuss zu trainieren.

Den Schluss bildete ein Champions-League-Turnier, bei dem je vier gegen vier Spieler antraten, die Sieger in die nächst höhere Spielklasse auf- und die Verlierer abstiegen. Hier gaben die Mädchen und Jungen - mächtig angefeuert von ihren Trainern - noch einmal alles. "Ihr habt tapfer durchgehalten bei dem schlechten Wetter", lobte Heinzekhart Fuchs nach dem Schlusspfiff. "Besonders gefallen hat mir, dass ihr bei den Spielformen bemüht wart, alles richtig zu machen. Weniger gut war allerdings, dass ihr euch zwischendurch noch zu viel kabbelt", fand Fuchs auch kritische Worte.

"Das hat großen Spaß gemacht", meinte die zehnjährige Johanna Mittmann aus Wegeleben. "Es war aber auch ganz schön anstrengend." Sie spiele schon seit zwei Jahren Fußball, zweimal in der Woche stehe Training auf dem Plan. "Wir sind drei Mädchen und alle genauso gut wie die Jungen", verkündete sie stolz. Vereinskamerad Till Zigan (8) hat das Profi-Training mehr Spaß gemacht als das sonst übliche Training: "Da machen wir andere Übungen." Auch der achtjährige Felix Nieter, der schon seit drei Jahren kickt, war rundum begeistert: "Jeder konnte zeigen, was er schon kann. In der Endrunde habe ich sogar ein Tor geschossen."

"In der Endrunde habe ich sogar ein Tor geschossen"

Svenja Jäger (10) vom Harsleber SV, die schon zwei Jahre lang unter vielen Fußballjungen spielt, hält viel vom Teamgeist beim Fußball: "Wir verstehen uns gut, weil wir Spaß an der selben Sache haben." Und die neunjährige Sarah Dittmer aus Harsleben ergänzte: "Das war heute schon etwas anders als beim normalen Training. Aber da machen wir auch vieles, was Spaß macht."

Und Spaß sollte es allen Beteiligten machen. Das sei ein Grundanliegen des bundesweiten Projektes DFB-Mobil, betonte Heinzekhart Fuchs. "Wir möchten bei den Übungen mit dem Ball und mit den vielfältige Spielformen die Kinder für den Fußballsport begeistern und sie motivieren, Teamgeist zu entwickeln und Zusammengehörigkeit im Verein zu pflegen."

"Ihr habt tapfer durchgehalten bei dem schlechten Wetter"

Während sich die Kinder mit ihren Eltern auf den Heimweg machten, saßen die beiden Teamer noch mit interessierten Trainern im Vereinsheim des SV Meteor zusammen, beantworteten deren Fragen und sprachen über weitere verschiedene Trainingsmethoden des DFB, mit denen die Qualität im Nachwuchsfußball gesteigert werden soll. Sie gaben auch detaillierte Tipps und Anregungen zum Aufbau eines Fußballangebotes für Mädchen. Themen waren außerdem die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr und das Thema Integration, bei dem der DFB den Vereinen gern Unterstützung gibt.