Hoppenstedts Tanzgruppe konnte kürzlich auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Gefeiert wurde mit einem Seniorennachmittag im Dorfgemeinschaftshaus und einem Treffen befreundeter Vereine.

Hoppenstedt. "Das wird langsam zu teuer", stellte Bernd Dörge als Vorsitzender des Schützenvereins vor zehn Jahren fest und meinte damit die Honorare von auswärtigen Tanzgruppen, die bis dato zur Bereicherung des Programms beim jährlichen Schützenfest oder zu anderen Anlässen in dem Ort am Fallstein aufgetreten waren. Aber wie Abhilfe schaffen? "Ganz einfach, wir gründen unsere eigene Tanzgruppe", sagte sich ein Kreis von Hoppenstedtern und setzte das Vorhaben in die Tat um. Mit Jutta Peitsch, die im Hauptberuf als Altenpflege-Helferin in Vienenburg arbeitet, fanden die Tanzbegeisterten eine Anleiterin und manchmal auch strenge Lehrmeisterin.

"Mit geradezu feldwebelmäßigem Ton hat Jutta die Truppe rekrutiert", meinte Ulrich Scholle dazu nicht ohne Humor. "Alles hört ab sofort auf mein Kommando!", hieß es damals, wie sich der Hoppenstedter erinnert, der in der Tanztruppe selber begeistert mitwirkt.

Am Anfang stehe meistens ein Musikstück, das allen gefalle, berichtete Jutta Peitsch. Häufig habe sie dann eine erste Idee zu Choreografie und Kostümen, die "Feinarbeit" werde aber von allen zusammen geleistet.

Immer wieder neu zu motivieren ist der Altenpflege-Helferin nicht fremd. Eher ungewöhnlich: In Hoppenstedt ist die Tanzbegeisterung bei den Männern (mindestens) genauso hoch wie bei den Frauen. 30 Personen umfasst die Gruppe um Jutta Peitsch, davon die Hälfte männlichen Geschlechts. Die Altersspanne reicht von 25 bis zu 63 Jahren. "Das ist unsere A-, B- und C-Jugend", kommentierte Ulrich Scholle. Senior ist Dieter Fleck, der auch gleichzeitig für die Requisite zuständig ist.

Geprobt wird immer sonntags, hauptsächlich von März bis August. In dieser Zeit werden auch die meisten Auftritte absolviert, vor allem bei den Schützenfesten befreundeter Vereine. "Für die Vereine ist unsere Mitwirkung unentgeltlich", berichtete Ulrich Scholle. Aber auch bei privaten Feiern macht die Tanzgruppe gern mit. Dafür werde aber ein kleiner Obolus fällig, so Scholle.

Ihr zehnjähriges Bestehen feierten die Hoppenstädter Tänzer am vergangenen Sonnabend mit einem Nachmittag, den sie im Dorfgemeinschaftshaus für die Senioren gestalteten, und einem abendlichen Treffen mit den befreundeten Vereinen aus Rhoden, Bühne und Lüttgenrode.

Durch das Programm des Nachmittags führte Steffen Grundmann, der mit seiner Diskothek auch für die musikalische Untermalung sorgte. Marco Horstschäfer erinnerte an die Anfänge der Tanzgruppe und dankte allen Mitwirkenden und Unterstützern, vor allem auch den beiden Kostümschneiderinnen Ille Peitsch und Renate Cyriaks.

Einiges sei im Laufe der Jahre auch mal schief gegangen, so Jutta Peitsch: Für einen auswärtigen Auftritt habe man vor Jahren eine brasilianische Karnevalsnummer einstudiert. "Drei unserer als ¿Rio-Mädchen\' verkleideten Tänzer sind dann am Tresen versackt", berichtete sie am Rande der sehr gut besuchten Jubiläumsveranstaltung.