Halberstadt (sc). Fast geistlich mutete der Gesang an, zu dem am Sonnabendnachmittag Jean-Loius Bertrand seine Stimme erhob. Auf dem Gräberfeld, auf dem in Halberstadt Opfer des Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge beerdigt sind, erklang "Train de mort" (Todeszug). Jean-Loius Bertrand, Sohn des Zwieberge-Überlebenden Loius Bertrand, begleitete so das stille Gedenken von Überlebenden, Angehörigen und Mitgliedern des Fördervereins der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. Jedes Jahr um den 11. April herum, dem Tag der Lagerbefreiung, wird den in Halberstadt und Quedlinburg begrabenen Opfern die Ehre erwiesen.

In Halberstadt sind vor allem Opfer bestattet, die zwar die Lagerbefreiung noch erlebten und im Lazarett betreut wurden, die aber dennoch den Weg zurück ins Leben nicht schafften. Extreme Unterernährung, schwerste körperliche Arbeit, Misshandlungen und furchtbare hygienische Bedingungen hatten ihre Körper und Seelen zu sehr geschunden. In Quedlinburg ist die Asche von KZ-Opfern vergraben, die in den Anfangswochen des Lagers ihr Leben verloren.

Vor dem Gedenken trafen sich die Mitglieder des Fördervereins zu ihrer Jahresversammlung.

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