Alarm schlägt ein Anwohner der Wasserturmstraße. Die Straße würde von tonnenschweren Lkw täglich genutzt, die Erdreich zur ehemaligen Deponie am Sperlingsberg fahren. Er fürchtet, dass die Straße und Häuser beschädigt werden. Auf eine entsprechende Anfrage habe die Stadt überhaupt nicht reagiert.

Halberstadt. Bereits im vergangenen Jahr begann die Sanierung einer alten Deponie am Sperlingsberg (Volksstimme berichtete). Dafür wird tonnenweise Erdreich angefahren. Vom Verkehr sind die Anwohner der Wasserturmstraße genervt, wie Mathias Lindau in einem Gespräch mit der Volksstimme informierte.

"Seit einigen Wochen sind wir erheblichen Verkehrsbelastungen durch schwere Lkw ausgesetzt", so der Halberstädter. Nach seinem Kenntnisstand sei die Fahrtroute ursprünglich über die Sternstraße geplant gewesen. Davon sei jedoch nichts zu merken. Mehr als 40-Mal würden beladene Lkw am Tag über die Wasserturmstraße fahren. "Mit Leerfahrten summiert sich das sogar auf 80 Fahrten", schätzt der Anwohner ein.

Das Resultat: Die Fahrbahndecke sei an mehreren Stellen bereits beschädigt, und täglich würde sich der Zustand weiter verschlechtern.

"Im Hinblick auf die schlechte Haushaltslage der Stadt Halberstadt ist dringend eine Überprüfung des Straßenzustandes unter Berücksichtigung der Verkehrssicherungspflicht vorzu- nehmen", verlangt Lindau. Es sei nicht nur zu befürchten, dass der Straßenunterbau, sondern auch Versorgungsleitungen und die Kanalisation durch die erheblichen Belastungen beschädigt werden. Ob die Wasserturmstraße als Nebenstraße diese enormen Belastungen aushält, bezweifelt der Anwohner. Lindau befürchtet, dass es auch zu Setzungsrissen an den Häusern kommen könnte. "Eine Erschütterung auf dem ehemaligen Deponiegelände ließ unser Haus wackeln."

Mathias Lindau plädiert dafür, dass die Pläne der Förderung zur Sanierung der Deponie auf mögliche Schadensrückstellungen für Straßenbauten überprüft werden beziehungsweise Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Die Stadt Halberstadt, in diesem Fall die Abteilung Tiefbau des Fachbereiches Stadtentwicklung, habe Lindau bereits darauf aufmerksam gemacht. "Leider habe ich bis heute keine Antwort erhalten. Warum auch immer."

Die Volksstimme stellte eine Anfrage an die Pressestelle der der Stadtverwaltung Halberstadt. "Für die Straße gibt es keine Tonnagebegrenzung. Aus diesem Grund ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Lkw die Wasserturmstraße benutzen, um zur ehemaligen Deponie zu gelangen", so Pressesprecherin Ute Huch.

Nach dem Hinweis von Mathias Lindau hätten Mitarbeiter des Fachbereiches die Straße unter die Lupe genommen und auf Schäden untersucht. "Wir haben jedoch nichts gefunden. Und so lange nichts zu finden ist, können wir auch nichts unternehmen", betonte Ute Huch.

Seitdem die Wernigeröder Straße gesperrt ist, habe der Lkw-Verkehr merklich abgenommen, so Lindau. Er fürchtet jedoch, dass mit Ende der Bauarbeiten auf der Sternstraße der Verkehr wieder zunimmt.