Von Ingmar Mehlhose

Wernigerode/Halberstadt. Morgen ist es soweit: Um 11 Uhr startet der "Kleine Harz" in die neue Saison. Dann erwartet die Besucher nach Ankündigung der Park und Garten GmbH als Betreiber auch eine echte Enthüllung. Nach dreijähriger Bauzeit komplettiert der Halberstädter Dom St. Stephanus und St. Sixtus das inzwischen 60 Modelle zählende Ensemble des Miniaturen-Parks am Wernigeröder Dornbergsweg (Volksstimme berichtete).

Oberbürgermeister Peter Gaffert wird die Gäste begrüßen. Unter ihnen befindet sich auch sein Halberstädter Amtsbruder Andreas Henke. Über die Architektur und Geschichte des von 1236 bis 1486 erbauten Wahrzeichens spricht dessen Kustos, Dr. Thomas Labusiak. Ingolf Fölsch, Leiter der Oskar Kämmer Schule Wernigerode, erläutert das Entstehen des Modells in den Werkstätten seiner Einrichtung. Auch dieses Projekt konnte nur dank der finanziellen Unterstützung durch die KoBa Jobcenter Harz über Arbeitsgelegenheiten mit etwa 15 Beschäftigten gleichzeitig umgesetzt werden.

Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch den Posaunenchor Halberstadt unter der Leitung von Andreas Rebettke. Das Ensemble verbindet eine besondere Beziehung mit dem Bauwerk, da es regelmäßig in den Sommermonaten von den Domtürmen aus musiziert.

Seit 2009 sind die in ihrer Detailtreue einmaligen Miniaturen regional kulturhistorisch bedeutender Kleinode im Maßstab 1:25 zu bestaunen. Zu den Höhepunkten dürften die Seilbahn Thale mit ihrem völlig neu gestalteten Umfeld sowie der Brocken mit seiner fünf Meter hohen Antenne und der Brockenbahn gehören. Deren Streckenverlauf wurde zuletzt vom Westerntorbahnhof über Drei Annen Hohne naturgetreu nachgestellt. Nur die neue Landkreisbrücke hat symbolischen Charakter, denn das Original existiert noch nicht.

Nach Miniaturen ein Besuch im Streichelzoo

Ein Besuch der Anlage lässt sich übrigens gut mit einem Spaziergang durch den angrenzenden Bürgerpark verbinden. Neben den Spielplätzen ist gerade der Streichelzoo speziell für die kleinen Gäste ein besonderer Anziehungspunkt. Hier gibt es laut Park-Geschäftsführerin Marlies Ameling Kaninchen, Hasen, Meerschweine, zwei Shetlandponys, die beiden Esel "Henriette" und "Erwin", ein Hängebauchschwein und sein Kumpel "Müsli", ein handzahmes Wildschwein, zu bestaunen. Auch die Ziegen erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Die Herde hat sich in diesem Frühjahr gleich um acht kleine Zicklein vergrößert. Neueste Attraktion sind die "Harzer Roller". Die kleinen gelben Kanarienvögel wurden früher von Bergleuten gezüchtet.