Halberstadt. Auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise ging es am Sonnabend für rund 20 Kinder, die mit ihren Eltern an einer Sonderführung durch den Halberstädter Dom teilnahmen. Sprechende Fenster, magische Orte und allerlei spannende Informationen hatte Gemeindepädagoge Thomas Klemm-Wollny aufbereitet, um auch den jüngsten Dombesuchern das Gotteshaus und seine Besonderheiten nahezu- bringen.

Fremdenführungen können öde und langweilig sein, besonders für Kinder. Ganz anders hingegen gestaltete sich die jüngste Sonderführung durch das Halberstädter Wahrzeichen. Auf geschickte Art verstand es Klemm-Wollny, Geschichte, Religion, Architektur und Bedeutung des Gotteshauses so zu verpacken, dass auch die kleinsten Besucher alles verstanden und Spaß dabei hatten. Ganz besonders die großen und bunt bemalten Kirchenfenster hatten es Thomas Klemm-Wollny angetan, deren Bedeutung er seinen Gästen vermitteln wollte. Dazu hatte er sich einiges einfallen lassen, so dass während des 60-minütigen Vortrages keine Langeweile aufkam.

Seine Strategie bestand darin, die Kinder mit in die Geschichten, die er erzählen wollte, einzubeziehen. So bildete eine Gruppe Kinder mit ihren ausgestreckten Armen die Architektur des Domes nach und erkannten so, dass die Spitzbögen im Dom zur höheren Stabilität des Sakralbaus beitragen. Und wie man bunte Fenster herstellt, das erklärte der engagierte Fremdenführer, indem er lebhaft einige Herstellungstechniken simulierte und allen Kindern auch ein buntes Stück Glas zum Anfassen gab.

Von der Erlebnisführung durch den Dom zeigten sich am Ende des Rundgangs nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern begeistert. "Es hat mich an die \'Sendung mit der Maus\' erinnert, in der an sich spröde Informationen und trockenes Wissen so transportiert werden, dass sie attraktiv werden", fasste Annett Brock ihre Erlebnisse zusammen. Sie war gemeinsam mit ihrer Tochter aus Wegeleben nach Halberstadt gekommen, um an der Sonderführung für Kinder durch den Dom teilzunehmen.