Athenstedt. Sonnabendnachmittag in Athenstedt: Kaum ist die Kirchentür zum Osterbasar in der Fachwerkkirche geöffnet, beginnt der große Besucherandrang. Überall wird zwischen den gespendeten Kleidungsstücken gesucht, zwischen Schuhen und Büchern gewühlt und Osterschmuck begutachtet. Schließlich wissen die Gäste, die regelmäßig im Frühjahr sowie in der Vorweihnachtszeit den Basar im Gotteshaus ansteuern, dass rechtzeitiges Erscheinen zwar nicht die besten Plätze, dafür aber die schönsten Stücke und die größte Auswahl garantieren.

So auch diesmal. Während die neuen Besitzer sichtlich zufrieden sind ob ihrer Errungenschaften, lockt gleich nebenan die große Kaffeetafel. "Möglich ist solch eine Aktion nur dank unserer zahlreichen Helfer", betont Gemeindekirchenrats-Vorsitzende Ursula Redlich.

Zur großen Schar der Helfer gehören rund 40 Kuchenbäcker, die die Gäste versorgen helfen. Und Mitglieder der Familie Hübner kommen beispielsweise schon Wochen vorher zum Einsatz - dann geht es mit eigenem Transportfahrzeug zwei- bis dreimal zur Patengemeinde in einen Bremer Ortsteil, um "frische" Ware abzuholen.

Das Ziel der groß angelegten Aktion, die ihren Ursprung in der bereits zu DDR-Zeiten aufgebauten Partnerschaft hat, ist klar: Gespendete Kleidung und Artikel kommen in den Harz, wo sie für vergleichsweise wenig Geld neue Besitzer finden. Der Erlös wiederum fließt in die Kasse der Kirchengemeinde. "Nur auf diese Weise können wir unsere Gemeindevorhaben mit dem nötigen Eigenanteil realisieren", erläutert Ursula Redlich. Schließlich hoffen die Athenstedter, dass noch in diesem Jahr der Glockenstuhl im Kirchturm saniert und die Glocken bald wieder erklingen können.

Dass derweil nicht alle angebotenen Kinderschuhe in Athenstedt Abnehmer finden, hofft der frühere Pfarrer Hartmut Barsnick, der zugleich Vorsitzender des Tansania-Partnerschaftskomitees ist. "Mit einem Paket mit 40 Paar kann ich in Afrika viel erreichen, denn ohne Schuhe ist dort kein Schulbesuch möglich."

"Mit 40 Paar Schuhen kann ich in Afrika viel erreichen, denn ohne Schuhe ist dort kein Schulbesuch möglich"

Familie Barsnick ist erst kürzlich von einem Aufenthalt in den USA zurückgekehrt. "Dort konnten wir neue Partnergemeinden finden und weitere Spenden für unsere Tansania-Projekte einwerben", berichtet Hartmut Barsnick.

Über die nächsten konkreten Aufgaben soll am Ostersonnabend mit dem Partnerschaftskomitee des Pfarrsprengels Ströbeck beraten werden. Von Mitte Mai bis Ende November wollen Barsnicks wieder nach Tansania reisen, um das Programm für Waisenkinder, Stipendien und Aids-Seminare auszuweiten. "Dann ist dort die Trockenzeit und wir können auch entlegene Dörfer erreichen", erläutert Barsnick.

Übrigens: Nachzügler können heute von 14 bis 16 Uhr noch einmal im Basar-Fundus in der Fachwerkkirche suchen. Bücher, die bei diesem Basar keinen neuen Besitzer finden, werden zum Sprengelfest am 2. Juli nochmals ausgestellt. Zuvor wird am 7. Mai in der Athenstedter Kirche diamantene Konfirmation gefeiert.

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