Dankerode/Goslar. Frühsommerliche Osterfeiertage stehen bevor. Eine gute Gelegenheit, die dick-wollenen Wintersachen nun endgültig im Schrank zu verstauen. Und hinaus in die Harzer Natur, damit die Sonnenstrahlen die Haut verwöhnen können. Ganz Mutige werden dabei hüllenlos zu "Sonnenanbetern". Schade nur, dass es den "Harzer Naturistenstieg" bei Dankerode nach nur einem Jahr nicht mehr gibt.

Geschlossen wegen zu geringer Nachfrage, so hatte es Carola Schmidt als Geschäftsführerin des Harzer Tourismus- verbandes im März verkündet. Und damit sofort für blankes Entsetzen bei organisierten Wanderern gesorgt, die es mögen, dabei lediglich mit Rucksack, Wanderschuhen und Schirmmütze bekleidet zu sein.

Horst Kehm, im hessischen Mühlheim zuhause, betreibt eine entsprechende Internetseite. Dort hat Kehm über die Eröffnung des Harzer Naturistenstieges im vergangenen Mai berichtet. Der überzeugte Nacktwanderer ist auch öfter im Harz unterwegs und widerspricht daher heftig der Meldung vom geschlossenen Pfad.

"Bei schönem Wetter war ich mit einem Bekannten dort wandern und konnte mich davon überzeugen, dass der Nacktwanderweg gut ausgeschildert ist", teilte er der Volksstimme nach einer Tour in diesem Frühjahr mit. Kehm lobte die Ausschilderung - "ein gelbes N in gelbem Kreis" - und das Hinweisschild auf den "Harzer Naturistenstieg" an der Wippertalsperre. Und weil auch hüllenlose Wanderer gern mal ein Päuschen einlegen, freute sich der Hesse: "Eigens auf dem Nacktwanderweg wurde eine erste Sitzgruppe mit Tisch zum Rasten aufgebaut."

Die Harzer Tourismuschefin Carola Schmidt sagte der Volksstimme, sie müsse ihre Meldung korrigieren, lediglich ein Projektpartner dieses Wanderweges habe sich zurückgezogen.

Dass es den Naturistenstieg weiter gebe, beweise wie vielfältig die touristischen Angebote sind. Immerhin habe es dieser Wanderweg sogar in den aktuellen Harzer Aktiv-Reiseführer geschafft. Carola Schmidt: "Der Harz ist für alle da. Das gilt auch für Nacktwanderer."