Mit einem Taschenführer machen die Tourismusanbieter in der Region rund um Halberstadt ihre Gäste auf die vielen Schätze auch abseits der Hauptattraktionen aufmerksam. 20 000 Stück dieses Pocket Guides ließ der Fremdenverkehrsverband mit Unterstützung des Landkreises drucken.

Halberstadt. "Wir sind dem Kreis dankbar für seine Unterstützung", sagt Christiane Strohschneider. Die Geschäftsführerin des Fremdenverkehrsverbandes Halberstadt und Umgebung weiß, wie schwierige es gerade für kleinere Orte ist, mehr Außenwirkung zu erzielen. Da ist so ein kleines handliches Heft eine enorme Hilfe. Denn der Pocket Guide "Halberstadt und seine reizvolle Umgebung" ist ein Reiseführer für den nördlichen Vorharz und macht die Gäste in den Hotels, die Besucher in den Museen auf die Schätze abseits der Hauptziele aufmerksam.

Sicher, es kommen rund 66 Prozent aller Halberstadt-Besucher wegen des Domschatzes, aber ihnen die Schönheit des Harzvorlandes nahezubringen lohne sich ebenso wie bei den mehr als 30 Prozent der Gäste, die nicht in erster Linie wegen des Domschatzes in die Kreisstadt reisen.

Zuwachs bei Übernachtungen

Halberstadt hatte im vergangenen Jahr einen Zuwachs von zwei Prozent bei den Ankünften und von 4,1 Prozent bei den Übernachtungen. "Angesichts der rückläufigen Besucherzahlen im Domschatz wiegen diese Zahlen doppelt", sagt Christiane Strohschneider und relativiert aber gleich selbst, dass da ein Großteil der Gäste wohl auch dem Sparkassen-Marathon zu verdanken war. Dennoch, "wenn wir hier in Halberstadt mit unseren Kennzahlen über dem Bundesdurchschnitt liegen, freut uns das schon sehr", so die Tourismusexpertin.

Tourismus ist ein hartes Geschäft, um so mehr freut es Christiane Strohschneider, dass neue Marken wie Kulturland Osterwieck sich zu etablieren beginnen und mehr und mehr Anbieter merken, dass man mit Kooperation in der Region weiterkommt. Der kleine Taschenführer ist dafür ein Beispiel. Solche Werbeträger hätten Wegeleben, Harsleben, Huy-Neinstedt, die Orte der Selke-Aue, Schlanstedt oder Dedeleben allein nicht finanzieren können - um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Mit dem Reiseführer werden die Besucher auf die Höhlenwohnungen in Langenstein ebenso aufmerksam gemacht wie auf die vielen Mühlen, Burgen und Klöster, die schönen Dorfkirchen, die Schachtradition in Ströbeck, die kleinen Museen und Heimatstuben. Auch Hinweise auf die zauberhafte Natur und ihre Besonderheiten finden sich auf den 51 Seiten des Heftchens.

Für jeden Ort ist Wissenwertes zusammengefasst, werden Ansprechpartner genannt, auf Veranstaltungen hingewiesen. Ab und zu gibt es "besondere Empfehlungen". Das kann ein Nikolausmarkt sein wie in Ditfurt, Pralinen im Schachdorf, Kanufahrten in Wegeleben, frisches Brot aus dem Holzbackofen zum Mühlenfest in Anderbeck, Kinderführungen durch die Huysburg oder das einmalige Monsterbike-Motorrad in Zilly.

Harztypische Leckereien werden dem Gast empfohlen, Erlebnistipps an der "Straße der Romanik" aufgelistet, auf den Jakobspilgerweg und auf den gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr hingewiesen. Zudem finden sich Tipps und weiterführende Angaben für Touristen, die mit Fahrrad und Motorrad die Region erkunden wollen.

Bei solcher Vielfalt können auch Einheimische noch etwas dazulernen und die Vorharzregion unter ganz neuen Aspekten erkunden. Der Reiseführer wird kostenlos abgegeben und ist in einer Auflage von 20 000 Stück erschienen.