Der Unterhaltungsverband Ilse-Holtemme hält in diesen Tagen wieder seine Gewässerschauen ab. Darunter in Wülperode, das in den vergangenen Jahren allerhand Sorgen mit dem Wasser aus dem Goldbach und der Feldflur hatte.

Wülperode. Von dem vielen Geld, das Wülperode aus der Gewerbesteuer erhielt, wurde auch der Hochwasserschutz verbessert. Am Doeren wurde der Betonspurenweg höher gesetzt, er fungiert nun auch als Schutzdeich vor dem Ackerwasser. Mit dem erhofften Erfolg, wie Ortsbürgermeister Dirk Heinemann einschätzt. Bei der diesjährigen Schneeschmelze sei kein Feuerwehreinsatz nötig gewesen.

Es gab aber auch schon die umgekehrte Situation, dass der Goldbach, der vom Eckergraben über einen Teich gespeist wird, trocken war, weil der Zufluss - durch einen Bedienungsfehler - nicht funktionierte. In der Folge verendeten sogar Fische. Hier wurde ein neues Stauwehr installiert.

Ute Enders, die Geschäftsführerin des Unterhaltungsverbandes, erklärte, dass sie in die baulichen Maßnahmen nicht einbezogen gewesen sei. Sie sieht ihren Verband, wie es der Name sagt, für die Unterhaltung zuständig. Und da tut der Verband was er kann, um seinen Beitrag zu leisten, dass die Gräben nicht überlaufen.

Jedes Jahr sei der Verband selbst oder eine Firma im Auftrag des Verbandes mehrmals vor Ort, um Durchlässe und Staue zu kontrollieren, um zu mähen, also dafür zu sorgen, dass das Wasser abfließen kann. Immerhin 1300 Kilometer Gewässer unterhält der Verband. Das ist keinesfalls leicht zu koordinieren, denn ein Großteil der Gewässer fließt neben Äckern. Diese sind die meiste Zeit des Jahres bestellt und damit für Mähtrupps nicht zu erreichen. Im Prinzip bleiben dafür nach der Ernte nur drei Wochen. Um so größer ist dann bei den Gewässerunterhaltern der Ärger, wenn die Bauern Holz, das ihre Maschinen von Bäumen abgeschlagen haben, am Grabenrand ablegen und so die Arbeit des Verbandes behindern.

Zwei Schautage gibt es alljährlich, in denen der Unterhaltungsverband mit weiteren Fachleuten von Landkreis und Amt für Landwirtschaft Schwerpunkte aufsucht. Schauführer im Osterwiecker Stadtgebiet ist der Schauener Erwin Marchlewsky, der im Vorfeld stets die Ortsbürgermeister bittet, die Problemfälle aufzulisten. Dass diesmal so gut wie keine Kritiken kamen, wertete Marchlewsky als Zeichen dafür, dass man mit der Arbeit des Verbandes zufrieden sei.

Was nicht heißt, dass nichts zu tun bleibt. In Wülperode meldete sich zum Schautermin ein Anwohner, weil im Goldbach, wo er zwischen zwei Gärten fließt, ein sehr groß gewordener Weidenstamm den Wasserlauf behindere. An der Stelle schlägt der Verband ein Aufweiten des Baches vor.

Wenige Meter weiter war der Verband dieses Jahr schon im Goldbach aktiv, weil im Zuge von Straßenbauarbeiten unzählige Steine am Grund versenkt wurden. Hier setzte sich Sand ab, der Abfluss wurde behindert, was ein Anstauen vor der flachen Brücke zur Folge hatte. Soweit möglich, wurden die Steine durch den Verband herausgenommen. Was auch zeigt: Es sind manchmal vermeintlich kleine Hindernisse, die zum Hochwasser führen können.

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