Das Erdbeben, die Flutkatastrophe und das havarierte Atomkraftwerk in Japan haben Menschen auf der ganzen Welt bewegt und tagelang sprachlos vor den Fernseher gefesselt. Hilfe ist dringend notwendig. So sieht es auch die junge Harzerin Annette Rieger.

Von Julia Angelov

Berlin/Wernigerode. Viele wollen den Menschen in Japan helfen. Groß ist das Leid in den Gebieten, wo Erdbeben und Zunami gewütet haben, wo ein Leben nach der Reaktorkatastrophe nicht mehr möglich ist.

Annette Rieger hat einen besonderen Bezug zu dem krisengeschüttelten Land. Seit vier Jahren studiert die Wernigeröderin Japanologie in Berlin, sie kennt viele Japaner und hat ein Faible für japanische Kunst.

Durch einen Nebenjob in der Matthew Bown Galerie ist sie auf eine Spendenaktion aufmerksam geworden, von der sie sofort begeistert war. "Es wird eine Kunst-Tombola mit 2500 Losen veranstaltet. Jedes Ticket kostet 10 Euro und ist gleichzeitig ein Teilnahmeschein, mit dem man ein richtiges Kunstwerk gewinnen kann", erklärt die 24-Jährige das Konzept der Benefizaktion.

120 Künstlerinnen und Künstler aus Japan und Deutschland haben jeweils eines ihrer Werke kostenlos zur Verfügung gestellt. Am Sonnabend um 15.30 Uhr werden die Gewinner im Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin-Dahlem gezogen. "Man kann von überall aus teilnehmen und auch per Email Lose kaufen." Das Geld geht direkt ans Japanische Rote Kreuz, das vor allem im betroffenen Norden des Landes im Einsatz ist. Die 24-Jährige hofft, dass nicht nur Japanfreunde, sondern auch Kunstliebhaber teilnehmen. "Man kann den Menschen dort sehr helfen und gleichzeitig mit ein bisschen Glück ein tolles Kunstwerk gewinnen", sagt die Studentin der Humboldt Universität. "Und mal ehrlich, wer weiß, wie viel das mal in einigen Jahren wert sein wird?"

2009 war sie zuletzt in Japan. "Die Menschen dort sind sehr freundlich und hilfsbereit und haben sich immer gefreut, wenn sie gemerkt haben, dass ich Japanisch spreche", erinnert sie sich. "Es war spirituell und modern, laut und leise. Ich liebe diese Zweischneidigkeit." Bis dahin musste Annette Rieger einige harte Prüfungen überstehen. Mit schlechten Noten in Englisch und Französisch auf dem Zeugnis, traute ihr nach dem Abitur kaum einer das harte Studium zu. "Ich hatte immer Schwierigkeiten, Sprachen zu lernen. Dass das ein unumgänglicher Bestandteil meines Studiums werden würde, war mir klar. Ich habe mich ganz bewusst der Herausforderung gestellt und es geschafft." Mit ihrer Teilnahme an der Aktion will die Harzerin dem Land, das ihr so viel bedeutet, etwas zurückgeben.

Wer ebenfalls mithelfen möchte, kann über folgende Emailadresse noch Lose kaufen, für einen guten Zweck: tickethilfsaktion@googlemail.com.