Halberstadt. Dass das "neue wohnen" des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Halberstadt ein preisverdächtiges Projekt ist, war den mehr als 400 Bewohnerinnen und Bewohnern schon lange bekannt. Nun ist es auch offiziell. Das "neue wohnen" wurde von der Familie-Josef-Kreten-Stiftung des Deutschen Roten Kreuzes mit dem zweiten Platz des Deutschen Altenhilfepreises 2011 ausgezeichnet.

Die Idee, sich für den bundesweit ausgeschriebenen Preis zu bewerben, hatte die Leiterin des Finckehofs, Katrin Weinert. "Es war am 22. September vergangenen Jahres, ich hatte gerade bei der Diakonie angefangen, da bin ich auf eine E-Mail gestoßen, die auf den Preis aufmerksam gemacht hat", berichtet sie. "Als ich die Ausschreibung gelesen habe, dachte ich mir: Genauer kann man das, was wir machen, eigentlich nicht beschreiben."

"Ehrenamt und Hauptamt im Quartier - Soziale Räume im Alter gestalten" lautete das Thema, das - wie es die Bereichsleiterin des "neuen wohnen" Ina Schnee sagt - "wie die Faust aufs Auge" passte. "Anfang März kam dann die Nachricht, dass wir unter den Preisträgern sind", sagt Diakonie-Geschäftsführerin Ute Gabriel-Betzle. Allerdings war zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt, welchen der drei vorderen Plätze man belegen würde. Bei der Preisverleihung in Berlin Mitte April war die Spannung für die ange- reisten Diakonie-Mitarbeiter also auf dem Höhepunkt. Als man dann mit dem zweiten Platz bedacht wurde, der immerhin mit 6000 Euro Preisgeld dotiert ist, war die Freude natürlich groß. Das Preisgeld soll nun in die Ausrichtung einer Fachtagung im Herbst investiert werden.

Das "neue wohnen", das das Diakonische Werk in Zusammenarbeit mit der Halberstädter Wohnungsgesellschaft (HaWoGe) ins Leben gerufen hat, betreibt fünf Standorte, zwei in Wernigerode und drei in Halberstadt, an denen Menschen selbstbestimmt leben können, jederzeit aber die Möglichkeit haben, Hilfe in Anspruch zu nehmen.