Halberstadt (phb). Gerhard Kallenberger kennt das Betonwerk Halberstadt. Erst verdiente er sein Geld als Konstrukteur, später war er technischer Leiter. Heute kann er trotz Ruhestand nicht am Tor vorbeigehen. Er hängt einfach an seinem alten Arbeitgeber.

Benjamin Geller ist eigentlich Niedersachse, hatte die Chance nach Kanada zu gehen und entschied sich für Halberstadt. Er ist der Chef und will wissen, wie es früher in dem Werk war.

Drahthexe wird sie liebevoll genannt: Helga Rindert. Seit 42 Jahren arbeitet sie im Betonwerk, ihr erster "West"-Chef wollte sie nach Hause zum Stricken schicken, sie flechtet aber lieber - Stahlbewehrungen für Betonfertigteile. Ihre Ausbildung hat sie hier gemacht, leitete eine Frauenbrigade, war Lehrlingsausbilderin, erlebte die schwere Zeit der Entlassungen.

Für Polier Horst Ranefeld bedeutete die politische Wende den Knackpunkt in seinem Leben.

All diese Menschen haben neben der engen Beziehung zum Betonwerk Halberstadt noch etwas gemeinsam. Sie trafen MDR-Moderatorin Ulrike Nitzschke, die aus ihren Geschichten einen Film machte. "Er ist ein Fazit von sechs Halberstädter Betonwerkern, die teilweise noch im Werk arbeiten, teilweise im Ruhestand sind oder in anderen Unternehmen einen Job gefunden haben", berichtet Ulrike Nitzschke. "Ich habe den Betonwerk-Chef bei einer anderen Recherche kennengelernt. Er fragte mich, ob ich wisse, wie man einen 16-mm-Film auf DVD kopieren könne. Es handelte sich um einen Film zum 40. VEB-Geburtstag des Werkes im 40. Jahr der DDR." Die Filmkopie konnte erstellt werden und so begann eine neue Geschichte. Nämlich die des Films von Ulrike Nitzschke über die Geschichte des Betonwerkes in Halberstadt.

Die Reportage "Geschichte in Beton" läuft morgen Abend bei "Sachsen-Anhalt Spezial" ab 21.15 Uhr im MDR-Fernsehen.

 

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