Große Wertschätzung für die Nachwuchsarbeit beim Sportclub Osterwieck: Diese Woche wurde die Basketball-Abteilung des Vereins zum Landesleistungsstützpunkt ernannt. Kreissportbund-Geschäftsführer Jörg Augustin überreichte die Auszeichnung. Damit verbunden ist eine bessere finanzielle Ausstattung für den Sportbetrieb.

Osterwieck. Einen besseren Zeitpunkt hätten man sich für die Auszeichnung kaum aussuchen können. Am Folgetag reiste eine Schulmannschaft des Fallstein-Gymnasiums nach Berlin zum Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia". Zum ersten Mal seit Mitte der 1990er Jahre gelang die Qualifikation dafür.

Das Fallstein-Gymnasium und der 1996 gegründete Sportclub gehören untrennbar zusammen. Schuldirektor Bernd von der Heide ist auch Vereinsvorsitzender. Und das Basketball-Training des Vereins ist mit den Schulzeiten abgestimmt, so dass auswärtige Schüler ihren Bus nach Hause nicht verpassen.

Zweimal im Monat kommt Christian Steinwerth nach Osterwieck. Er ist der Landestrainer im Basketballverband und leitet an diesen Tagen persönlich das Training mit den Osterwiecker Mädchen. Auch die einheimischen Übungsleiter profitieren davon. "Der Mädchen-Basketball liegt uns sehr am Herzen", erklärte Steinwerth. "Osterwieck ist für den Verband ein wichtiger Standort." Im weiblichen Bereich besteht hier nun der einzige Leistungsstützpunkt außerhalb der Damen-Basket- ball-Hochburg Halle. Die Erste Mannschaft des SV Halle spielt immerhin in der Bundesliga.

Dem Landesverband geht es natürlich darum, weitere Spieler für den Leistungssport zu gewinnen. Eine erste Stufe dahin ist die Sportschule in Halle. Vor zwei Jahren gingen aus Osterwieck Marie-Luise Greulich und Steven-Habib Fakih den Weg dorthin. Marie-Luise spielt derzeit schon in der Nachwuchs-Bundesliga, berichtete der Landestrainer.

Die Entfernung von Osterwieck nach Halle ist weit. Christian Steinwerth weiß, dass dies für Eltern oft eine Hürde darstellt, ihre Kinder an die Sportschule zu geben. Auch der Wettkampfbetrieb leidet im Land unter den großen Entfernungen. Die Osterwiecker Damenmannschaft spielt deshalb jetzt nur noch in der Freizeitliga Sachsen-Anhalt. Im richtigen Wettkampfsport hätte sie zu Spielen bis nach Jena fahren müssen.

Nachdem die SCO-Damen vor Jahren eine Größe in der Regionalliga waren, durchschritt der Verein nach einem Generationswechsel eine gewisse Durststrecke. Nun ist wieder ein Aufwärtstrend zu verzeichnen, schätzte Trainerin Birgit Klehm ein. Die Anerkennung als Landesleistungsstützpunkt, die vorerst für zwei Jahre gilt, wird weiter beflügeln.

80 Mitglieder zählt der SCO derzeit. Betreut werden die Basketballer neben Birgit Klehm von Jennifer Eßrich und Thorsten Keßler. Wobei nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen unter den Korbjägern sind.