Osterwieck (mhe). Das Vorhaben, das frühere Hotel "Deutsches Haus" für die Nutzung durch die Osterwiecker Stadtverwaltung herzurichten, wird zielstrebig verfolgt. Vorgestern Abend schaute sich der Bauausschuss des Stadtrates die Immobilie direkt neben dem Rathaus an. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt das etwa 20 Jahre leer stehende Objekt gekauft.

Mit der Nutzung des "Deutschen Hauses" will die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen müsste sie sonst in das vorhandene Rathaus eine große Summe investieren, um hohe Brandschutzauflagen des Landkreises zu erfüllen. Zum anderen verschwindet ein Schandfleck in der Stadmitte.

Derzeit fehlt im Rathaus ein zweiter Rettungsweg. Geld dafür war bereits im Haushalt 2010 eingestellt. Dieser Betrag soll nun für das "Deutsche Haus" ausgegeben werden. Teure Brandschutzauflagen direkt im Rathaus könnten dadurch vermieden werden. Das Dachgeschoss würde leer gezogen werden und diese Büros ins Obergeschoss vom Nachbarhaus kommen. Beide Gebäude würden innen miteinander verbunden werden, dadurch ergeben sich zusätzliche Rettungswege ohne großen Extra- Aufwand. Außerdem könnte die Stadt im Hotel ein barrierefreies Bürgerbüro einrichten. Im Rathaus wäre das nur mit hohem Aufwand möglich gewesen.

Knackpunkt freilich sind die Kosten. Eine erste Schätzung, die an eine Million Euro heranreichte, wird derzeit überarbeitet. Alles ist im Fluss. Die Stadtverwaltung ist gemeinsam mit einem Architekten und Denkmalschützern von Land und Landkreis dabei, ein Konzept zu erarbeiten, das letztendlich auch eine möglichst hohe Förderquote aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz ermöglicht und die Stadtkasse so wenig wie möglich belastet.

In dem allerersten Konzept war der Abriss des alten Saales vorgesehen. Mitarbeiter des Bauhofs haben im März das Hotelgebäude entkernt und das Dach abgedichtet. Dabei wurde festgestellt, dass der Zustand des Saales nicht so schlecht wie vermutet ist. Die Ideen gehen jetzt in die Richtung, den Saal zu erhalten und stattdessen die Hofgebäude des Rathauses abzureißen. Dadurch würde eine große Hoffläche mit Parkplätzen und barrierefreiem Eingang entstehen. Der Bereich des Saales wäre für größere Versammlungen, aber auch als Aula der Grundschule denkbar. Ideen, die jetzt weiter untersucht werden. Vorgesehen ist keine Sanierung in einem Zug, sondern in mehreren Abschnitten.

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