Ein Bild von den Lebensverhältnissen der Menschen in Deutschland - das soll die Volkszählung ergeben, die in der kommenden Woche auch in Halberstadt beginnt.

Halberstadt. In den ersten Briefkästen liegen sie schon, die Zettel mit der Bitte um eine Terminvereinbarung. Rund 100 Freiwillige sind in den nächsten Tagen in Halberstadt, der Verbandsgemeinde Vorharz und der Einheitsgemeinde Huy unterwegs, um 7100 Fragebögen zur Volkszählung auszufüllen. "Alle Befrager legen einen Dienstausweis und ihren Personalausweis vor und vereinbaren vorher einen Termin", erklärt Dieter Krone. Der Abteilungsleiter Wahlen/Gemeindeangelegenheiten der Stadtverwaltung hat auch den Hut für die Volkszählung auf.

Dafür musste die Stadt ein gesondert zugängliches und extra gesichertes Büro einrichten, die Interviewer schulen und zur Verschwiegenheit verpflichten, und ein paar Mitarbeiter auf Zeit einstellen. So sind Eckhard Monzien und die Studenten Fabian Wagener und Christoph Niens bis Ende Juli damit beschäftigt, die Daten vom Statistischen Landesamt Halle und die tatsächlich vorliegenden Befragungen abzugleichen.

Zehn Prozent der Bevölkerung werden befragt, alle nach einem Zufallsprinzip ausgewählt. Zugrunde liegen die Informationen aus den Einwohnermeldeämtern und den Steuerregistern. "Die Daten stammen vom November 2010. Und wer sich mal im Bekanntenkreis umsieht, weiß, wie schnell Angaben zum Wohnort beispielsweise unaktuell sein können", sagt Dieter Krone. Deshalb komme es schon mal vor, dass der vom Zufallsgenerator ausgewählte Namensinhaber nicht mehr unter der angegebenen Adresse zu finden ist. "Die Menschen sind träge beim An- und Abmelden", sagt Krone und betont, dass die Auswahl tatsächlich zufällig ist.

"Diese Stichprobenbefragung soll ein Bild von den Menschen in Deutschland am 9. Mai 2011 zeichnen, alle Fragen zielen auf dieses Datum ab", ergänzt Eckhard Monzien. Er leitet die kleine Arbeitsgruppe, die den Datenwust bearbeiten muss. "Dabei sehen wir die Antworten der Befragten nicht, sondern können nur die Angaben zu Namen, Geburtstag und Adresse abgleichen", erklärt er.

Wer ausgewählt wurde, muss antworten, das ist gesetzlich so geregelt. "Wir haben das mal gegenseitig gemacht, bei uns hat es zwölf Minuten gedauert. Es wird also allerhöchstens eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, die Fragen der Interviewer zu beantworten", erklärt Krone. Neben der Möglichkeit, dem Interviewer zu antworten, können die ausgewählten Bürger den Bogen auch selbst ausfüllen und zur Erhebungsstelle zurückschicken oder das Ganze im Internet erledigen - die Zugangsdaten stehen auf dem Fragebogen.