Halberstadt. Seit Jahren unterstützt der Verein "Notruf Ukraine - Polizisten helfen" Bedürftige in Osteuropa. Die 160 Mitglieder sammelten unzählige Tonnen Hilfsgüter und brachten sie zu den Menschen, die sie dringend benötigen. Am Donnerstag startete erneut ein Hilfstransport in Richtung Ukraine.

Kurz vor der Abfahrt wünschte Halberstadts Oberbürgermeister den 19 Frauen und Männern des Vereins eine gute Fahrt und eine gesunde Heimkehr. Andreas Henke sprach aber nicht nur mit Ulrich Scholle und Ralf Strauch vom Vereinsvorstand, sondern auch mit Janusz Marszalek, dem Stadtpräsidenten der polnischen Stadt Oswiecim und Roland Steinke, Geschäftsführer des gleichnamigen Gesundheits-Centers und Mitglied der Halberstädter Rotarier. Marszalek war auf Einladung des Vereins in den Vorharz gekommen und hatte an der Eröffnung einer Steinke-Filiale in Wernigerode teilgenommen. Dort war er erstmals mit dem Wernigeröder Oberbürgermeister Peter Gaffert zusammengetroffen. In seiner Funktion als Präsident der Städtepartnerschaftsgruppe des Rates der Städte und Regionen Europas warb der Europapolitiker für Freundschaft zwischen den Städten.

"Ich nutze jede Gelegenheit, Brücken zu bauen. Freundschaften zwischen den Menschen in unseren Ländern sind mir sehr wichtig", so Marszalek, der nicht allein in den Harz gekommen war. Mit ihm waren zwei Orthopädieärzte angereist, die ihren Aufenthalt zum Erfahrungsaustausch mit Spezialisten in Halberstadt nutzten.

Vor drei Jahren hatte der Verein "Notruf Ukraine - Polizisten helfen" dank Vermittlung des Magdeburger Lions- und des Halberstädter Rotary-Clubs, Kontakt zu Marszalek bekommen. Seither haben die Vereinsmitglieder mit ihm mehr als einen Freund gewonnen. Marszalek unterstützt die humanitäre Arbeit mit all seinen Möglichkeiten. So wird den Helfern der Transporte auf ihren langen Reisen in die Ukraine in seiner Stadt nahe Krakau kostenlos Quartier gewährt. Als vorteilhaft haben sich auch die Kontakte des Politikers erwiesen. Er begleitete selbst schon einen Transport oder organisierte, dass der Pater eines polnischen Ordens in der Ukraine den Halberstädtern half, Repressalien der Zollbehörden zu umgehen.

"Aufsitzen, Funkgeräte überprüfen und ab gehts", schallte es über den Hof. Lautstark und mit Nachdruck sorgte Logistiker Ralf Strauch dafür, dass der mit Hilfsgütern beladene Konvoi des Vereins sich pünktlich um 8 Uhr in Bewegung setzte.

Zuvor hatte Ulrich Scholle sich bei allen bedankt, die die Hilfsgüter gesammelt und verladen haben. "Nicht zu vergessen die Sponsoren und all jene, die bei Veranstaltungen dafür sorgen, dass die für den Transport notwendigen finanziellen Mittel zusammen kamen." Bevor der Vereinsvorsitzende sich selbst in eines der Fahrzeuge setzte, wünschte er allen eine Fahrt ohne Probleme und eine gesunde Wiederkehr nach Halberstadt.

Die 19 Frauen und Männer sind mit sechs Kleintransportern, einem 7,5- und einem 40-Tonner unterwegs nach Gaisin. Nach rund 800 Kilometern werden sie im polnischen Oswiecim Station machen.

"Geladen haben die Fahrzeuge alles, was die Menschen dort dringend benötigen", fasste Scholle kurz zusammen, "darunter wieder Pflegebetten für das Krankenhaus und viele Stricksachen, die von einer Handarbeitsgruppe im Seniorencentrum \'Vitanas\' stammen." Gedacht sind die Hilfsgüter vor allem für das Krankenhaus in Gaisin und den Kindergarten in Stepaschki. "Dort werden wir schon sehnsüchtig erwartet", weiß Ralf Strauch.

Er und die gesamte Mannschaft werden am Abend des 14. Mai in Halberstadt zurückerwartet.

In diesem Jahr werden noch zwei Transporte Richtung Osteuropa starten, nach Rumänien und in die Ukraine.