Osterwieck (mhe). An der Osterwiecker Stephani-Kirche steht wieder ein Baugerüst und kündet davon, dass der schon über 20 Jahre währende Wiederaufbau weitergeht. Bei dem bevorstehenden Abschnitt handelt es sich um einen Meilenstein. Danach ist die äußere Turmhülle ringsherum saniert.

Momentan gibt es noch Genehmigungsprobleme von kirchenbaulicher Seite. Dazu war diese Woche Gebietskonservator Andreas Huth aus dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie bei Pfarrer Stephan Eichner. Huth will sich dafür einsetzen, dass die Probleme kurzfristig ausgeräumt werden und der Bau beginnen kann.

Liste der Geldgeber ist erneut sehr lang

Das Gerüst steht am Westwerk, dem romanischen, nach neueren Schätzungen fast 900 Jahre alten Teil der Stephani-Kirche. Die Fugen des Mauerwerks werden hier erneuert. Restauratorische Arbeiten sind an mehreren Fenstersäulen und am Portal notwendig. Abschließend soll die Fläche vor dem Portal bis zur Schulzenstraße und zur Stephanikirchgasse gepflastert werden. Ein Vorgriff auf die Sanierung des Stephanikirchhofs.

Die Liste der Geldgeber für den dritten Abschnitt der Turmsanierung ist wieder lang. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steht darauf, Lotto-Toto, der Bund, das Land, der Kirchenkreis Halberstadt, die Stadt Osterwieck mit Geld aus dem Städtebaulichen Denkmalschutz, der Kirchbauverein und die Kirchengemeinde.

Pfarrer Eichner hofft, dass die Arbeiten bis zum Tag des offenen Denkmals im September geschafft sind.

Gebietskonservator Huth wertete das Osterwiecker Gotteshaus als eine der bedeutendsten Stadtkirchen im Land. Zum einen aus geschichtlicher Sicht als einer der ersten Kirchenbauten nach der Reformation, zum anderen anhand der reichen Ausstattung. Beispielsweise durch die vielen Familienwappen und Epitaphien der Stifter dieser Kirche.

Im Innern soll sich dieses Jahr auch etwas tun, berichtete Stephan Eichner. Nach Pfingsten beginnt eine Restauratorin ihre Arbeit am Altar. Für den Pfarrer ein weiterer Meilenstein beim Wiederaufbau der Kirche. Steht der Altar doch mit im Mittelpunkt des Interesses der jährlich 12 000 Besucher in der Kirche. In der Vorzeit sei der Altar nur notdürftig gesichert worden. Die Restaurierung ermögliche einmal mehr vor allem die Eckensberger-Stiftung mit einer Spende für die Stephani-Kirche.

Außerdem wird im Erdgeschoss des Nordturms ein Raum der Stille eingerichtet. Wenig handwerklicher Aufwand ist dafür notwendig. Der Raum soll einfach ausgestattet sein und Besuchern Möglichkeit geben, in aller Stille eine Kerze anzuzünden, ein Gebet zu sprechen oder in Gedanken an jemanden zu verweilen.

Morgen Abend Benefizkonzert

Diesen und weiteren geplanten Vorhaben im Gotteshaus soll auch das Benefizkonzert helfen, zu dem morgen die Kirchengemeinde in die Stephani-Kirche einlädt. Ab 19.30 Uhr singt Gotthold Schwarz (Bass) und spielt Matthias Eisenberg an der Orgel. Karten gibt es an der Abendkasse.