Veltheim (bum). Einmal in der Woche geht Heiko Boy in die Veltheimer Kirche, um die Turmuhr von Hand aufzuziehen.

Früher übernahmen die Gemeindearbeiter diese Aufgabe. Danach stand die Uhr über viele Jahre still. Auf Kosten der evangelischen Kirchengemeinde haben Mitarbeiter einer Wernigeröder Firma die gute alte Weule-Uhr restauriert. Die Turmuhrenfabrik und Glockengießerei Weule in Bockenem (1836 bis 1954) war eine bekannte Firma von Weltruf. Weule-Uhren gibt es auch in den Kirchen der Nachbardörfer Osterode und Roklum.

Die Veltheimer Turmuhr wurde mit Erfolg wieder in Gang gesetzt. Anlässlich der Inbetriebnahme der restaurierten Kirchturmuhr fand am 13. September 2009 ein Festgottesdienst mit Pfarrer Stephan Werther statt. Seitdem zeigt sie wieder, was die Stunde schlägt. "Sie geht genau", berichtete Rolf Maximilian vom Kirchenvorstand. Und damit sie immer genau geht, muss die "Weule", die im Jahre 1883 in Bockenem angefertigt worden war, wöchentlich mit der Hand aufgezogen werden.

Wie bei einem alten Regulator im eigenen Haus gibt es auch hier das Uhr- und Schlagwerk. Beides muss aufgezogen werden. Allerdings ist der kurbelähnliche Uhrenschlüssel viel größer als bei einem Haus-Regulator. Und der Uhrenaufzieher muss dabei kräftig, aber dennoch gefühlvoll, auf die Kurbel drücken. Diese ehrenamtliche Aufgabe erledigt Heiko Boy.

Selbstverständlich wartet er das Uhrwerk mit größter Vorsicht. Die Zahnräder sehen gepflegt und sauber aus. "Nach wenigen Jahren muss diese Uhr ein Fachmann ansehen und neu regulieren", wies Heiko Boy auf eine stets notwendige Wartung wie bei anderen Uhren auch hin.