Das 20-jährige Bestehen des Milchhofes in Langenstein wurde ein Fest für alle Vereine des Ortes. Bis spät in die Nacht des Vortages hinein hatten die gemeinsamen Vorbereitungen gedauert. Mit ihrer Zusammenarbeit ließen alle Beteiligten den Hoftag zu einem Erfolg werden.

Halberstadt/Langenstein. Der Milchhof von Familie Meenken ist ein bedeutsames Unternehmen in Langenstein. Darüber hinaus locken aber zahlreiche Vereine mit ihren Angeboten sowie Wahrzeichen zum Besuch in den Halberstädter Ortsteil. Ein gutes Beispiel sind die Höhlenwohnungen, um die sich ein Verein kümmert und die mehr und mehr Touristen anziehen. So waren denn auch die Höhlenfreunde beim "Tag des offenen Hofes" vertreten: Die Vereinsmitglieder Doris und Siegfried Schwalbe bauten eine Fotoausstellung zur Geschichte der Höhlenwohnungen auf und präsentierten auch einige historische Haushaltsgegenstände.

"Nur dank der Helfer konnten wir einer der besten Milchvieh-Betriebe im Land werden."

Daneben sorgten mehrere Vereine für ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot. Selbst die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins ließen es sich nicht nehmen, mit einigen Tieren präsent zu sein.

Überdies nahm die Präsentation von Technik breiten Raum ein: Während das Team der Landmaschinenfirma Bruns hochmoderne Landtechnik aufgefahren hatte, präsentierten die Mitglieder des Landmaschinenvereins und die Trabi-Freunde aus dem Ort eine Auswahl historischer Fahrzeuge.

Die Fans der Zweitakt- und Ifa-Technik nutzten zugleich die Gelegenheit, um für ihr großes Trabi- und Oldtimer-Treffen am kommenden Wochenende zu werben und die Technikfans einzuladen. Ab Freitagabend wird das Areal rund um das Schützenhaus zum Dorado von betagten Modellen aus den Fahrzeugschmieden Sachsenring, den IFA-Wartburg-Werken in Eisenach sowie weiteren Produktionsorten. Einer der Höhepunkte ist am Sonnabend eine Ausfahrt mit Trabi & Co.

Zum Auftakt des Hoftages stellte Inhaber Jürgen Meenken seine Familie - Ehefrau Frauke und die drei Töchter - sowie die neun Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebes vor. "Nur dank dieser Helfer konnte unser Betrieb wieder die Auszeichnung als einer der zehn besten Milchvieh-Betriebe Sachsen-Anhalts erlangen", betonte Jürgen Meenken. An diesem Tag sollten die Besucher auch hinter die Kulissen schauen und ebenso interessierte wie kritische Fragen stellen dürfen.

Nicht immer sei in der bislang 20-jährigen Firmengeschichte auf dem Hof alles glatt verlaufen, räumte der Unternehmer beim persönlichen Rückblick ein. So kam es im vorigen Jahr zu einem tragischen Unfall, der die positive Gesamtbilanz trübt. Damals, betonte Jürgen Meenken nun beim Hoftag, hätten Mitarbeiter des Halberstädter Hospizvereins geholfen. Sie zeigten beim Tag der offenen Tür erneut Präsenz und sollten Unterstützung in Form von Spenden erfahren.

Auch die örtliche und beim Hoftag vertretene Landmaschinenfirma Bruns hob Meenken ausdrücklich hervor, weil diese die Reparatur der Beckenfolie im Freibad mit 5000 Euro unterstützt hat. "Das hat das Projekt Sommerbad beflügelt und uns allen bei der Rettung unseres Freibades Kraft und Motivation gegeben", sagte Meenken, der maßgeblicher Initiator und Ideengeber der bisherigen Aktionen rund um das Freibad war, zur Volksstimme. Aktionen, die bekanntermaßen von Erfolg gekrönt sind: Nachdem die Zukunft des Sommerbades noch im März vollkommen unklar war, startet nun am kommenden Sonntag, dem 15. Mai, um 10.30 Uhr die Badesaison 2011.

Landwirt Meenken dankte auch den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr, die beim Hoftag unter anderem die Regie über die Parkplätze übernahmen. Besucher konnten kostenlos frische Milch probieren, während die Verantwortlichen an den anderen Ständen auf Einnahmen für ihren jeweiligen Verein hofften.

Obwohl an diesem Nachmittag noch ein Wertungsauftritt bei den Landesmeisterschaften der Musikzüge in Halberstadt bevorstand, gratulierten die Mitglieder des Langensteiner Spielmannszuges beim Hoftag musikalisch. Olaf Hentrich von den Bikerfreunden Langenstein übernahm die Moderation.

Auch Mitarbeiter der Solarfirma, die in den vergangenen Jahren einige Dächer auf dem Hof "verstromt" hat, gaben gern Auskunft. Besucher konnten sich zudem beim Wettmelken an einem Kuh-Modell versuchen oder einen kleinen Ausritt auf dem Pferd machen. Per historischem Fahrzeug wurden Rundfahrten zu den Höhlenwohnungen angeboten.

Besonders viel Andrang gab es erwartungsgemäß bei den Hof-Führungen. Hier erfuhren die Besucher unter anderem etwas von den jüngsten Erweiterungsplänen und über die Funktion der Biogasanlage. In der Milchkammer ging es um die Leistung der Kühe, die mit durchschnittlich 10 600 Kilogramm pro Jahr angegeben wurde. Die Milch werde bei jeder Abholung im Labor überprüft, einmal im Monat erfolge überdies eine Milchprobe bei jeder Kuh durch den Landeskontrollverband.

"Das Jubiläum mit dem Hoftag war ein absoluter Höhepunkt, und das soll so bleiben."

Jürgen Meenken zog gestern eine rundum positive Gesamtbilanz: Der Hoftag habe bei bestem Wetter schätzungsweise 1000 bis 1200 Besucher angelockt. "Das war schon verdammt viel und eine gute Gelegenheit, den Gästen einen Blick hinter die Kulisen zu ermöglichen." Gleichwohl würden solche Veranstaltungen - nicht zuletzt wegen des großen Aufwands - eher die Ausnahme bleiben. "Das Jubiläum mit dem Hoftag war ein absoluter Höhepunkt, und das soll so bleiben", so Meenken.

   

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