Schachdorf Ströbeck. Aus Anlass des Jubiläums "1000 Jahre Schach in Ströbeck" wird zum morgigen Internationalen Museumstag um 15 Uhr im örtlichen Schachmuseum eine Fotoausstellung mit historischen Bildern eröffnet. Gleichzeitig wird unter dem Titel "Ströbeck - als Schachdorf zu neuen Ansichten" ein Bildband präsentiert, in dem Fotos aus vergangenen Jahrzehnten aktuellen Aufnahmen aus der heutigen Zeit gegenübergestellt werden. Damit wollen die Macher des Bildbandes die Entwicklung des Schachdorfes seit der Wende optisch deutlich machen.

"Die Entstehung dieses Bildbandes verdanken wir einem Glücksfall", berichtet Ex-Bürgermeister und Ortschronist Rudi Krosch, der als Herausgeber fungiert. Wilfried Wiedenbein - in Ströbeck geboren, aufgewachsen und auch noch zur Schule gegangen - verließ mit seinen Eltern die DDR in den 1950er Jahren in Richtung Bundesrepublik. Im nordrhein-westfälischen Warstein fand die Familie eine neue Heimat. "Wilfried jedoch hielt - allen Schwierigkeiten zum Trotz - weiter regen Kontakt zu Verwandten und Freunden in Athenstedt und Ströbeck", erinnert Rudi Krosch.

Wilfried Wiedenbein sei so oft wie möglich zu Besuch in die DDR gekommen und habe die Städte und Dörfer immer wieder fotografiert. Allen voran die alte Heimatgemeinde Ströbeck. So entstand eine in punkto Inhalt und Umfang wohl einzigartige Fotodokumentation über Ströbeck, die die Zeit der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts recht intensiv widerspiegelt.

Nur ein Teil der vorliegenden historischen Bilder konnte in den nun fertiggestellten Bildband aufgenommen werden, denn Wiedenbein fotografierte auch in den 1990er Jahren weiter und dokumentierte so auch die äußerlichen Veränderungen, die die politische Wende den Ströbecker Bürgern und der Gemeinde brachte: Das Ortsbild veränderte sich Schritt für Schritt zum Positiven.

"Der besondere Reiz dieses Bandes liegt darin, dass Ortsansichten aus der DDR-Zeit denen nach der Wende direkt gegenübergestellt werden konnten", betont Herausgeber Rudi Krosch. Der Betrachter könne so die Entwicklung erkennen, die das Dorf nach 1989 genommen habe: Viele Hausbesitzer hatten nun die Möglichkeit, ihre Häuser liebevoll und fachgerecht zu sanieren. Dächer wurden gedeckt, neue Fenster eingebaut und Fassaden erstrahlten in neuem Glanz. Dabei bemühten sich die meisten, den für die Region typischen Fachwerkstil zu erhalten oder wieder herzustellen. "Besonders erfreulich ist, dass viele junge Paare mit Kindern alte Fachwerkhäuser gekauft und mit viel Eigeninitiative und mit Hilfe von Verwandten und Freunden zu Schmuckstücken hergerichtet haben", unterstreicht der ehemalige Bürgermeister.

Besucher aus vielen Teilen Europas und der Welt bewundern auch immer wieder die vielen alten Baumriesen im Dorf. Berichte darüber kann man in vielen Sprachen lesen. Auch Fotos in diesem Buch vermitteln einen Eindruck davon, wie sich die Ströbecker bemühen, dieses grüne Erbe ihrer Vorfahren zu bewahren und mit Neuanpflanzungen zu ergänzen - auch als kleinen Beitrag auf dem Weg zur Verhinderung einer Klimakatastrophe.

Mithilfe von Fördermitteln war es in den vergangenen 20 Jahren möglich, fast alle Straßen und Plätze im Schachdorf zu sanieren. Über die Schaffung ebener und sicherer Gehwege freuen sich heute insbesondere die Senioren und die Kinder.

Der heute 67-jährige Rudi Krosch konnte viele dieser Maßnahmen in den fast 20 Jahren seiner Tätigkeit als Bürgermeister aktiv mit gestalten und begleiten. Deshalb darf das Buch, das jetzt in einer Erstauflage von 300 Exemplaren erscheint und im Schachladen sowie im Schachmuseum angeboten wird, auch als eine kleine persönliche Bilanz gewertet werden, der möglicherweise noch weitere Publikationen folgen werden.

Rudi Krosch und Fotograf Wilfried Wiedenbein werden morgen um 15 Uhr übrigens bei der Eröffnung der Fotoausstellung im Schachmuseum anwesend sein und ihr Buch, das die Exposition gewissermaßen ergänzt, persönlich vorstellen.

 

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