Der Wasser- und Abwasserzweckverband Huy-Fallstein besteht seit 20 Jahren. Anlass für eine Jubiläumsfeier am vergangenen Freitag in Athenstedt, in der auch Rückschau auf die bewegte Vergangenheit gehalten wurde.

Athenstedt. Die Worte "bewegte Zeiten" nahm auch Verbandsgeschäftsführer Dr. Carl Haffke in den Mund, obwohl er selbst nur die zweite Hälfte der Verbandsgeschichte als Chef mitgestaltete. Da hatten sich die Stürme der ersten Dekade schon gelegt.

Gegründet worden ist der Zweckverband am 25. April 1991 in Hessen. Aber längst nicht in heutigen Dimensionen, in denen 27 500 Einwohner mit Trinkwasser versorgt werden und von 36 500 Menschen das Abwasser entsorgt wird. Zur Gründung fanden sich zwölf Gemeinden der Zweckverbände "Östlicher Fallstein" und "Nördlicher Huy" zusammen. 1992 traten weitere 25 Gemeinden bei und eine wieder aus. Macht insgesamt 36 Gemeinden.

Kompakt rief Carl Haffke die schwierigen Anfangsjahre in Erinnerung. Die Ungeduld der Gemeinden, deren Bedürfnisse zum Ausbau von Abwasserkanälen groß war, die Errichtung des privaten Betreibermodells für das Klärwerk bei Wegeleben mit den nachfolgenden Problemen, die auch zum Bedarf von Sanierungshilfe führte. Diese wiederum hatte schmerzliche Beschlüsse zur Gebühren- erhöhung als Grundlage. Gemeinden wollten in der Folge austreten. Carl Haffke sprach auch von einer "bewegten Geschichte", was die Geschäftsführung betrifft. Vier Geschäftsführer gab es vor ihm.

Ruhe zog erst 2001/2002 in den Verband ein. Die Austrittsprobleme konnten gelöst werden, das Land erließ die Rückzahlung von 30 Millionen Euro Sanierungshilfe und gewährte eine Teilentschuldung von letztlich 23 Millionen Euro.

"Ich meine, dass wir den Bürgern und unseren Mitgliedsgemeinden gegenüber eine gute, zufriedenstellende Dienstleistung erbringen. Wobei einen Wermutstropfen sicher die relativ hohen Schmutzwassergebühren bilden", sagte Haffke.

"Auch die Gemeinde Huy soll bei mehr Versorgungssicherheit weiches Wasser bekommen"

Eine Herausforderung für die Zukunft sei der Bevölkerungsrückgang. Der Verband wolle die zentrale Abwassererschließung des Verbandsgebietes abschließen. Für den Nord-Huy kündigte Haffke eine Neuausrichtung der Trinkwasserversorgung an. "Auch die Gemeinde Huy soll bei mehr Versorgungssicherheit weiches Wasser bekommen." Es soll aus den Rappbodetalsperre herangeführt werden. "Auf einem guten Wege" schätzte der Huy-Fallsteiner Chef das Zusammengehen mit dem Nachbarverband Ilsetal ein.

Geburtstagswünsche erhielt der WAZ Huy-Fallstein auch aus dem Umweltministerium in Magdeburg. Zwar musste der Minister an dem Tag an der Landtagsssitzung teilnehmen, er schickte aber als Gratulanten mit Hans Peschel den Referatsleiter für Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung, der Huy-Fallstein und seine Geschichte seit 15 Jahren begleitet, nach Athenstedt. "Es war einer der höchstverschuldeten Verbände", blickte Peschel zurück. "Man vergisst aber heute sehr leicht, wie die Verhältnisse 1991 waren", als vieles im Prinzip noch ohne Rechtsgrundlage bewegt wurde. "Man hat dort etwas gemacht, wo man glaubte, dass es am notwendigsten ist." Fördergelderl lockten, Gemeinden wollten etwas tun und nicht auf den Verband warten. Entscheidend sei, dass der Verband aus den Problemen wieder herausgekommen ist. Peschel bescheinigte dem WAZ Huy-Fallstein, dass er wieder auf gesunde Füße gestellt wurde. Das Land habe die Bauprojekte des Verbandes mit Fördermitteln begleiten können.

Nicht vergessen wurde von den Verantwortlichen der Dank an die nach 20 Jahren ungezählten Vertreter der Gemeinden in den Verbandsversammlung, die auch äußerst unpopuläre Entscheidungen fassen musste.

Statt Blumen und Geschenken zum Jubiläum bat der Zweckverband von den Veranstaltungsteilnehmern um Geldspenden für das DRK-Landkinderheim in Anderbeck. Dort wird man sich demnächst über den Betrag 2015 Euro freuen können.