Der Wettbewerb "12. World Barbecue Championship" wird vom 20. bis 22. Mai im müns-terländischen Gronau ausgetragen. 88 deutsche und internationale Grillteams und 100 000 Besucher erwartet die "German Barbecue Association" als Veranstalter. An den Start geht auch das Halberstädter Team "Harzer Bruzzler".

Halberstadt. Bei ihrem ersten Start zur Deutschen Meisterschaft 2010 in Gotha belegten die "Harzer Bruzzler" den 12. von 30 Plätzen. Für eine Amateurmannschaft, die sich erst wenige Monate zuvor formiert und dann unter Anleitung des Küchenmeisters Rainer Herrnbredel trainiert hatte, ein beachtliches Ergebnis.

Inzwischen liegt hinter Grit und Uwe Wytek, Ralf Römmer und Michael Niens sowie Rainer Herrnbredel ein grillerfahrungsreiches Jahr. Unzählige Male haben sie ihre "Barbecue Smoker" angeheizt und für einen "normalen Wochenendgriller" undenkbare Menüs kreiert. Für sie gibt es kaum Essbares, was sie auf dem Rost nicht in einen Gaumenschmaus verwandeln können. Denn "Bratwurst kann jeder" - sie wagen sich hingegen an ausgefallene Rezepte und entwickeln inzwischen eigene Gerichte.

Die fünf sind zwar keine Profis, doch was sie tun, das geschieht profihaft. Der Erfolg und die vielen zufriedenen Verkoster motivierten sie, sich für eine nächste Meisterschaft anzumelden. In Gronau treten dreimal mehr Teams an als bei der Deutschen Meisterschaft, denn hier geht es um den Weltmeistertitel.

Eine große Herausforderung für die "Harzer Bruzzler", zumal die "German Barbecue Association" als Veranstalter erstmals ein neues Regelwerk anwendet. Dass jedes Team die internationale Fachjury mit einem gegrillten Fünf-Gänge-Menü überzeugen muss, war schon immer so. Die neuen Regeln schreiben jedoch ab sofort einen exakt vorgegebenen Warenkorb vor.

Damit müssen alle im ersten Gang Spare-Ribs mit Brot und im zweiten Gang Hähnchen mit Tomate anrichten, wobei das rote Nachtschattengewächs diesmal weder geschnitten, noch befüllt oder anderweitig verändert werden darf. Auch die Maiskolben zur Schweineschulter müssen im Stück bleiben, die Kartoffeln, die mit Schnittlauchqark zur Rinderbrust gereicht werden, dürfen gerade mal halbiert werden.

Allein der Dessertgang erlaubt die freie Wahl der Zutaten und fordert die Kreativität besonders heraus. "Mit diesen Vorgaben bleibt bei den ersten vier Gängen kaum Spielraum", betont Uwe Wytek, "allein beim Dessert können wir uns voll entfalten und unserer Fantasie freien Lauf lassen. Die Entscheidung über Sieg oder Niederlage wird bei der Nachspeise fallen."

Deshalb haben sich die "Harzer Bruzzler" bei ihren Vorbereitungen zwar mit allen Gängen beschäftigt, aber dem Dessert besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. "Zuerst haben wir ein Rezept entwickelt, das es meiner Meinung nach so noch nicht gibt", berichtet Rainer Herrnbredel. Dann wurde trainiert, probiert, die Rezeptur verändert, wieder probiert und weiter verfeinert. Damit von dem "Geheimrezept" nichts nach außen dringt, fanden alle Grill-Sitzungen hinter verschlossenen Hoftoren statt.

Aufgrund seiner guten Platzierung hatte das Bruzzler-Quintett bereits in Gotha die Aufmerksamkeit des Halberstädter Würstchenproduzenten auf sich gezogen. "Das Herzblut, aber auch der Spaß, mit dem sie ans Werk gehen, ist einfach beeindruckend", stellt Markus Prause, der Marketing-Verantwortliche in der Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik, fest. Ihre Kreativität, die Fertigkeiten und die Qualität ihrer Kreationen haben zur Entscheidung des Unternehmens beigetragen, den Bruzzlern aus der Heimatstadt des Dosenwürstchens zwei hochwertige Smoker Grills zu sponsern.

"Im vergangenen Jahr waren wir längst nicht so gut ausgerüstet wie jetzt", stellt Uwe Wytek fest, "das neue Equipment, gepaart mit unseren inzwischen verbesserten handwerklichen Fertigkeiten erlaubt uns eine höhere Stufe an Qualität und Quantität."

"Die besten deutschen Barbecue-Experten treten am Wochenende an, darunter mindestes sechs echte Hammerteams. Auch die Dänen und Schweden werden nicht ganz ohne sein", bemerkt Rainer Herrnbredel, "und es geht aufgrund der neuen Wertungskriterien diesmal bei den Entscheidungen der Jury wirklich um Zehntel."

Gut vorbereitet und bestens ausgerüstet strebt das ehrgeizige Halberstädter Quintett in Gronau eine gute Platzierung an. "Irgendwann wollen wir mal auf dem Podest stehen", formuliert Michael Niens, "denn den Tüchtigen gehört die Welt!"