Die Hessener Feuerwehr hatte am Sonnabend an ihrem Tag der offenen Tür einiges zu bieten. Spektakuläre Vorführungen waren darunter, aber auch die Eröffnung des Feuerwehrmuseums im Schloss.

Hessen. Drei Jahre Arbeit sind geschafft, das Museum in einem vormals ungenutzten Gewölberaum im Schloss ist eingerichtet. Die Aufgaben, die Marianne Wende und Jürgen Kröhnke im Zuge einer Arbeitsförderungsmaßnahme über den Träger AWZ Halberstadt ausführten, waren vielfältig. Angefangen vom baulichen Herrichten des Raums bis zu den schriftlichen Erläuterungen der Museumsgegenstände.

Diese stammen zum Großteil aus Hessen selbst, aber auch von der Feuerwehr Stötterlingen. Beim Aufarbeiten der Feuerwehrtechnik stand Gerätewart Tino Kröcker zur Seite, er hatte zuvor schon eine Magirus-Lafettenspritze von 1925 restauriert. Diese ist nun das Schmuckstück der Ausstellung. Die Motorspritze ist ebenso funktionstüchtig wie die Pferdespritze aus dem Gründungsjahr der Hessener Feuerwehr 1874. Gut fünf Jahrzehnte dürfte sie im Dienst gewesen sein. Mindestens vier kräftige und ausdauernde Männer waren notwendig, um das Löschwasser zu pumpen, manchmal über Stunden. Am Sonnabend konnten sich Teams daran probieren.

Die Idee zum Feuerwehrmuseum entstand in Hessen, als die Technik aus einer Privatscheune, wo sie früher stand, raus musste, wie Ortsbürgermeister Rüdiger Seetge berichtete. Der Feuerwehr-Förderverein um Vorsitzenden Christian Schlopath hat nun die Trägerschaft übernommen. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Interessenten können sich beim Ortsbürgermeister melden. Aber Artur Mahlke vom AWZ Halberstadt konnte hinzufügen, dass zum 1. Juli für ein halbes Jahr ein Schlossführer eingestellt wird, der Besuchern auf Wunsch auch das Feuerwehrmuseum zeigen wird.

Nach Mahlkes Einschätzung bräuchte des Museum für die Ausstellungsgegenstände eigentlich noch mehr Platz. Der ist aber vorerst nicht vorhanden. Erst mit der vom Schloss-Förderverein angestrebten Sanierung des Ostflügels könnte vielleicht noch ein Nachbarraum genutzt werden. Derweil würden sich die Hessener Feuerwehrleute noch über weiteres historisches Material, das vielleicht in den Haushalten schlummert, freuen - Fotos, Urkunden, Abzeichen oder Uniformen, gern auch als Leihgabe.

Gefreut haben sich die Hessener über das große Interesse am Tag der offenen Tür. Vizewehrleiter Norbert Schober hob dabei hervor, dass mehrere Feuerwehren aus dem Alt-Osterwiecker Raum von Berßel bis Rhoden vorbeischauten. Und einige wollen in größerer Gruppe nochmal wiederkommen, um sich das Museum anzuschauen. Die Deersheimer Feuerwehr war auch vor Ort - mit ihrer Gulaschkanone für die Verpflegung der Besucher.

Geboten wurde dem Publikum am Sonnabend Spektakuläres. Feuerwehrleute aus Darlingerode seilten sich aus einem Haus ab und demonstrierten so eine Rettung aus der Höhe. Ein Feuerball entstand beim Löschversuch eines Fettbrandes mit Wasser. Ein lebenswichtiger Hinweis im Fall der Fälle für die heimische Küche. Wie ein Handfeuerlöscher funktionierte, das konnte jedermann testen. Hessener Kindergarten- und Schulkinder gaben kleine Programme. Und als Rettungshubschrauber "Christoph 30" aus Wolfenbüttel in Hessen landete, bildete sich eine Menschentraube. Viele wollten sich die Flugmaschine sowie die Geräte an Bord anschauen.

Eine Überraschung gelang den Hessener Feuerwehrleuten, indem sie Klaus-Dieter Böhnstedt mit einem Präsent dankten. Er hatte bis zum Ende der Aue-Fallsteiner Zeit die dortigen Feuerwehren geführt, zuletzt als Gemeindewehrleiter.

Etwa 35 Mitglieder gehören zur Hessener Feuerwehr. Gespannt sind sie nun, ob der Tag der offenen Tür den einen oder anderen Hessener motiviert, die Reihen zu verstärken. Oder ob sich beim nächsten Treff der Jugendfeuerwehr neue Kinder und Jugendliche anmelden. Nachwuchs wird immer gebraucht.

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