Halberstadt. Die Halberstädter Kirchen laden für Sonnabend, den 27. August, wieder zu einem ökumenischen Friedensfest ein. Es wurde in seiner traditionellen Form bereits seit der Reformation am Halberstädter Dom gefeiert und sei damit die älteste ökumenische Liturgie in Deutschland, sagte Pfarrer Ekkehard Steinhäuser. "Inhaltlich stehen die Taufe als wichtigstes Sakrament und die Tauforte im Mittelpunkt", hob Superintendentin Angelika Zädow hervor. Dabei gehe es um die Symbole Wasser, Licht und Glauben. Als Fest für den Frieden und die Einheit der Kirche diente es einst dem Domkapitel zur Stärkung seiner Gemeinschaft. Heute gehe es um alle Menschen. Zum Friedensfest im Dom gehören ab 18 Uhr eine gesungene Vesperliturgie und ab 19 Uhr ein gemeinsames "Friedensmahl".

Das 1580 initiierte und 2005 wieder eingeführte Friedensfest wird alle zwei Jahre in Verbindung mit der Nacht der Kirchen begangen. An dieser beteiligen sich sieben evangelische und katholische Kirchen der Stadt sowie das John-Cage-Orgelprojekt und das Kloster Huysburg. Geplant sind unter anderem die Uraufführung eines neuen Orgelwerks, Lesungen und Konzerte der Kantorei, eines Vokalensembles aus Moskau sowie der Huysburg-Mönche.

Mit dem Geläut aller Kirchenglocken öffnen um 20 Uhr sieben Halberstädter Kirchen ihre Tore. Ein reiches Angebot lädt ein zum Wandeln durch die Stadt.

Ein Höhepunkt erwartet die Besucher im Dom, wo der Berliner Komponist Ralf Hoyer sein neuestes Orgelwerk mit dem Titel "Fluctus sonorum", "Fluss der Klänge", um 20.30 Uhr uraufgeführt wird. Der gotische Kirchenraum ist bei Lesungen von Bibeltexten und Orgelmusik in seiner ganzen Dimension zu erleben. Die Kantorei Halberstadt bereitet ein besonderes Programm vor, kündigte Domkantor Claus-Erhard Heinrich an. Rosen von Jericho in irdenen Gefäßen rahmen den Weg vom romanischen Taufstein bis zum romanischen Triumphkreuz.

Die Halberstädter Stadtwerke laden mit einer "Oase des Wassers" im Kreuzgang des Domes die Besucher zu Erfrischung und Verkostung ein. Eine Ausstellung zum Thema "Wasser - Symbol des Lebens", Lesungen und Konzerte gehören zum Programm in den evangelischen und katholischen Kirchen der Stadt.

Taizé-Gebete leiten die ruhigen Stunden des Abends ein. Ab 23.30 Uhr sind abschließend alle Nachtschwärmer eingeladen mit dem Gebet zur Nacht, einem Teil der traditionellen Liturgie aus dem mittelalterlichen Friedensfest, und dem Nachtgeläut diesen besonderen Abend ausklingen zu lassen.