Das Jahresfest des Caritasheimes St. Pia in Dingelstedt gehört zu den kulturellen Höhepunkten in der Einrichtung. Dazu konnten am vergangenen Sonnabend zahlreiche Angehörige, aber auch Dingelstedter Einwohner begrüßt werden.

Dingelstedt. Auf diesen Tag hatten die Heimbewohner und Mitarbeiter lange hingearbeitet. Das Treffen im Dorfgemeinschaftshaus stand in diesem Jahr unter dem Motto "Kein Mensch ist perfekt!". So heißt auch die diesjährige Kampagne des Deutschen Caritas-Verbandes. Weil es noch nicht überall ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung gibt, will die Caritas bundesweit den Dialog ausbauen.

Wie Gemeinsamkeit funktionieren kann, wurde beim gesamten Festablauf, besonders aber beim Höhepunkt, dem jährlichen Theaterprojekt, deutlich. Lange war daran geprobt worden, nun konnten sich die Künstler beweisen. Heimbewohner und Mitarbeiter präsentierten mit dem Stück "Café Rosengarten" gemeinsam eine Reise in die 1950er Jahre.

In tollen Kostümen spielte jeder seine Rolle und wartete gespannt auf den Beifall. Der ließ nicht auf sich warten. Glüc+kliche Gesichter waren ein schöner Lohn für die Akteure. Bei Liedern wie "Marina, Marina" oder "Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht" "kochte" der Saal.

Eingeleitet wurde das Fest mit einem Gottesdienst. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken sorgte Drehorgelspieler Gerhard Mitschke aus Dessau-Roßlau für Unterhaltung. Nicht fehlen durften an diesem Nachmittag die Dingelstedter Jagdhornbläser, die schon seit einigen Jahren das Fest musikalisch umrahmen. Mit der Sitztanzgruppe zeigten die älteren Dingelstedter, dass man auch mit kleinen Bewegungen aktiv sein kann.

Mit einem kurzweiligen Programm waren die Kinder aus dem St.-Josef-Haus in Halberstadt zu Gast. Schließlich zeigten die Mädchen und Jungen der Dingelstedter Einradgruppe ihr Können. Anschließend gab es verschiedene Spielmöglichkeiten und bei tollem Wetter konnten die Plätze im Freien für Gespräche untereinander genutzt werden.

Auch die CDU-Landtagsabgeordnete Frauke Weiß und Huy-Bürgermeister Thomas Krüger gehörten zu den Festbesuchern. Stolz ist die Heimleitung, dass die Integration in Dingelstedt so gut funktioniert. Selbst ein eigener Schützenkönig wird ermittelt.

Mit rund 60 Arbeitsplätzen ist das Caritas-Heim der größte Arbeitgeber im Ort. 1998 zog die Einrichtung von der Huysburg in den Neubau mitten in Dingelstedt. Vor fünf Jahren entstand dazu noch eine eigene Förderstätte auf dem Gelände.