Fast nichts ist mehr sicher vor Vandalismus in der Kreisstadt. Vor einigen Tagen rissen bislang Unbekannte zwei gerade erst installierte Sitzbänke am Domhang heraus. Der Stadt entsteht durch Vandalismus jedes Jahr ein erheblicher finanzieller Schaden.

Halberstadt. Es ist wohl unumstritten, die Kreisstadt hat sich in den zurückliegenden Jahren herausgeputzt. Grünanlagen, Straßen, Häuser und vieles mehr wurde zeitaufwändig und mit viel Geld verschönert. Zur Freude vieler Halberstädter und der Gäste dieser Stadt. Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein, auch wenn diese derzeit lange am Himmel steht. Vandalismus ist immer noch weit verbreitet. Ein wirksames Mittel gegen die Mitmenschen, die meinen, alles kaputt machen, beschädigen oder zerstören zu müssen was andere aufgebaut haben, gibt es derzeit noch nicht.

Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität wurden erst vor Kurzem vier Bänke im Bereich des Domhanges im Auftrag der Stadt Halberstadt aufgestellt. Immerhin im Wert von 4500 Euro, wie Ute Huch, Sprecherin der Stadtverwaltung Halberstadt, berichtete. "Sie sind so angeordnet, dass der Blick sich sowohl auf den Dom als auch auf die Martinikirche richtet", sagt Ute Huch. Ein Ort, an dem es lohnt, sich Zeit zu nehmen, um das schöne Umfeld zwischen den stadtbildprägenden Kirchen dieser Stadt anzu- schauen und zu genießen.

Unbekannte sahen das anders. Kurz nach der offiziellen Abnahme der Bänke durch Mitarbeiter des Stadt- und Landschaftspflegebetriebes Halberstadt (Stala) waren keine 24 Stunden später Vandalen am Werk. Sie rissen in der Nacht vom 17. zum 18. Mai mit viel Kraft und Zerstörungswut zwei der vier fest im Boden verankerten Sitzgelegenheiten heraus. "Außerdem wurde der gesamte Bereich mit Müll wie Papier, Flaschen und Glasscherben verunreinigt", erzählt Ute Huch fassungslos.

Trotz der Finanzkrise, in der sich die Stadt Halberstadt befindet, wurde nicht lange gezögert, um den Missstand schnell wieder zu beheben. Bereits am Dienstag haben sich zwei Mitarbeiter der Stala erneut an den Aufbau der beschädigten Bänke gemacht. Die "klamme" Stadt stellte für die notwendigen Arbeiten unbürokratisch und schnell mehrere hundert Euro zur Verfügung. Leider sei das kein Einzelfall, bedauerte Ute Huch.