Der Deersheimer Trägerverein der Peter-und-Paul-Kirche lädt morgen zu einem Benefizkonzert zur Rettung der Kirche in die Edelhofhalle ein. Mario Heinicke sprach mit Vorsitzendem Rüdiger Brandt.

Volksstimme: Herr Brandt, wie dramatisch ist denn der Zustand der Kirche?

Rüdiger Brandt: Die Kirche wird ja seit langem nicht mehr von der Kirchengemeinde genutzt. Unser Verein besitzt seit Jahren schon einen langfristigen Pachtvertrag. Seitdem wurde die Turmuhr erneuert, vor zehn Jahren gab es ein neues Dach für das Kirchenschiff, seitdem wurde innen viel in Eigenleistung geschafft. Der Turm war vor Jahren schon mal durch einen Anker gesichert worden. Jetzt geht es um die Turmeindeckung.

Volksstimme: Welchen Beitrag kann dazu das Benefizkonzert leisten?

Brandt: Unser Verein hatte schon seit vier Jahren immer wieder Förderanträge gestellt. Dieses Jahr nun hat es geklappt. Toto-Lotto sowie das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten sichern die Finanzierung. Aber wir benötigen auch Eigenmittel. Im Juni soll das Bauen losgehen. Mit den Einnahmen des Benefizkonzerts wollen wir vor allem ein finanzielles Polster schaffen, falls durch unvorhergesehene Dinge die Sanierung teurer wird. Sehr viele Bürger haben auch schon mit Spenden geholfen. Ihnen wollen wir mit dem Konzert Danke sagen. Spender, die über 100 Euro beigetragen haben, werden später in einer Urkunde, die in die Turmkugel kommt, für die Nachwelt namentlich festgehalten.

Volksstimme: Wie viele Mitglieder hat ihr Verein?

Brandt: Wir sind nur sieben Mitglieder.

Volksstimme: Was macht so ein kleiner Verein mit so einer großen Kirche?

Brandt: Hier gab es schon mehrere Ausstellungen mit historischen Fotos aus dem Dorf und der Geflügelzucht, von Kirchengütern, hier gibt es Konzerte und jedes Jahr den Weihnachtsbasar. Mit dem Edelhofverein gibt es Absprachen, dass die dort integrierte Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte den Kirchenraum mit nutzen kann.

Volksstimme: Die morgige Künstlerliste mit Marinechor Clausthal-Zellerfeld, Deersheimer Narrenclub, Grundschule und Kindergarten hört sich für ein Benefizkonzert ungewöhnlich an ...

Brandt: Es soll auch keineswegs steif zugehen, sondern eine lustige Veranstaltung sein. Es muss also niemand in Festtagskleidung kommen. Wir wollen einfach etwas Kultur ins Dorf bringen.

Volksstimme: Zum Konzert morgen ist der Eintritt frei. Wie wollen Sie denn da nochmal Geld in die Kasse bringen?

Brandt: Zum einen durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen, die ab 14 Uhr angeboten werden. Außerdem kann jeder eine Schieferplatte zum Preis von zwei Euro erwerben und sich mit seinem Namenszug darauf verewigen. Diese Schieferplatten werden für die Turmeindeckung mit verwendet. Es wird vielleicht aber auch den einen und anderen geben, der noch eine Spende mitbringt.