Die monatelangen Bemühungen der Organisatoren haben sich gelohnt: Der Festumzug zum Jubiläum "875 Jahre Harsleben" wurde von den Besuchern begeistert aufgenommen. Bei passendem Wetter zog die Geschichte des Ortes in zahlreichen Bildern vorbei.

Harsleben. Das Festkomitee hat ganze Arbeit geleistet. Monatelang wurde diskutiert: mit interessierten Bürgern, Mitgliedern der Harsleber Vereine wie Chor, Plattsprecher, Senioren, Sportverein, Hundesport, Feuerwehr, Schützenverein, Kleintierzüchter, Sportfischerverein, Jagdgemeinschaft, Spielmannszug, Brieftaubenzüchter und Kleingarterverein. Einbezogen waren auch die Kirchengemeinde, die Grundschule, der Kindergarten sowie Mitglieder des Gemeinderates und der Bürgermeister.

Diese Mühen haben in den vergangenen Tagen Früchte getragen. Die Begeisterung war beim Festumzug wie bei den übrigen Veranstaltungen groß. Schon Stunden vor dem Start war der Andrang am Schützenplatz und in der Neuen Straße groß. Erste Zuschauer sicherten sich günstige Sitzplätze am Straßenrand. Die nahezu 700 Aktiven mussten einige Geduld aufbringen, bevor Ausrufer Thomas Kunze das Signal zum Aufbruch gab.

Darauf hatte auch die Polizei gewartet, die mit zwei Fahrzeugen für die nötige Absperrung sorgte. Zahlreiche Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Harsleben waren ebenfalls dafür im Einsatz. An der Spitze gab es ein Bild mit Darstellern der ganz frühen Entwicklungsperiode. Ritter, Nonnen, Bettler und Herold bildeten mit den Mitgliedern der "Halberstädter Zeitenreise" einen historischen Schwerpunkt.

Auch den einstigen Pranger von Harsleben, die Hammelpfändung und den früheren Amtmann konnten die Besucher erleben. Zahlreiche Harsleber und Gäste von außerhalb folgten mit Erntewagen und Pferden. Viel gestaunt wurde über das heute seltene Ochsengespann der Familie Herd aus Schmatzfeld. Auch die Kürassiere aus Westerhausen mit ihren Pferden sorgten für Aufmerksamkeit. Die evangelische Kirche war mit Pfarrer Arnulf Kaus und einem Harsleber Hochzeitspaar samt Taufkindern und Paten dabei.

In der Otto-Bethmann-Straße kam es zu einem besonders großen Gedränge am Straßenrand. Hier kommentierten Christel Bischoff und Jörg Liefert die vorbeiziehenden Bilder des Umzugs. Sie begrüßten unter anderem die alte Schule mit Lothar Jeske, der hier einst 30 Jahre Lehrer war.

Aus Groß Quenstedt kamen die Familien Biethahn und Schulze mit einer alten Schmiede auf dem Pferdewagen. Die Senioren erinnerten an die Arbeit mit dem Spinnrad. Jens Fricke ging mit Ehefrau als Handwerker zu Fuß mit. Frank Hesse erinnerte an seinen Vater, der einst als Hamsterfänger bis zu 20 000 Tiere im Jahr von den Äckern um Harsleben holte und dafür ausgezeichnet wurde.

Die Nordharzer Schlepperfreunde begeisterten mit ihren historischen Fahrzeugen. Immer wieder reihten sich Pferdegespanne mit ihren Wagen und Landtechnik ein. Die Feuerwehr hat in Harsleben eine lange Tradition und konnte erneut ihre gerettete Technik aus früherer Zeit demonstrieren. Aber auch der Feuerwehr-Nachwuchs war dabei.

An den Zweiten Weltkrieg erinnerte Harsleben - und auch an die damaligen Flüchtlinge. FDJ-ler, Pioniere und DDR-Kinderwagen durften nicht fehlen. Zwischendurch sorgten der Spielmannszug aus Langenstein, die MTU-Kapelle aus Wegeleben und der Spielmannszug aus Wedderstedt für Stimmung.

Die einzelnen Harsleber Vereine hatten sich für ihre Präsentation so einiges ausgedacht. Die Kleintierzüchter waren mit einer Tierkollektion dabei, die Brieftaubenfreunde mit ihren Tieren. Die Freunde des Karnevals aus Wegeleben bildeten eine große bunte Gruppe. Das Puppenmuseum Nienhagen nutzte die Gelegenheit zum Präsentieren ebenso wie der Storchenverein Emersleben und der Heimatverein Heteborn.

Den Abschluss des Festumzuges bildete die Schau der örtlichen Handwerksbetriebe. Die Tierproduktion Harsleben machte mit einem fahrbaren Melkstand auf aktuelle Probleme der Milchwirtschaft aufmerksam. Mit Fahrzeugen war die Agrargenossenschaft vertreten. "Solch große Maschinen habe ich ja noch gar nicht gesehen", kommentierte eine Halberstädterin.

Viel Beifall gab es immer wieder am Straßenrand für die vielen Aktiven im Umzug. Zum Abschluss konnte man sich bei schönem Wetter auf dem Schützenplatz entspannen. Abends waren alle Harsleber und ihre Freunde noch einmal zum Festball in die Mehrzweckhalle eingeladen. "Eine tolle Festwoche" war vielfach zu hören. Die Harsleber haben einiges auf die Beine stellen können. Nicht nur der Bürgermeister hofft, diesen Schwung in die nächste Zeit retten zu können.

   

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