Ihren ersten Friedensweg in diesem Jahr veranstaltete am Sonntag die Bürgerinitiative "Offene Heide". Die Frauen und Männer, die sich für die Versöhnung mit der Natur und den Frieden zwischen den Völkern einsetzen, trafen sich zu ihrem 210. Friedensweg am "Platz des 11. August" im Haldensleber Ortsteil Hütten.

Hütten. Seinen Namen haben die Mitglieder der Bürgerinitiative dem Platz in Erinnerung an ein bedeutsames Ereignis in der Geschichte der "Offenen Heide" gegeben. Am 11. August 1994 stellten sich dort nämlich Vertreter der Bürgerinitiative "Offene Heide" der Bundeswehr entgegen, um so die offizielle Übernahme des Truppenübungsplatzes in der Colbitz-Letzlinger Heide zu verhindern.

Auch beim inzwischen bereits 210. Friedensweg am Sonntag sprachen sich die friedlichen Demonstranten wieder wie auf den vorangegangenen Treffen und Wanderungen gegen eine militärische Nutzung und für eine ausschließlich zivile Nutzung der Heide aus.

Die Heide-Wanderer erzählten aber auch, dass es nicht immer so friedlich zuging. An besagtem 11. August 1994 wurden drei Demonstranten wegen Nötigung angezeigt, da sie sich einem Bundeswehroffizier entgegenstellten und ihn so davon abhielten, das Truppenübungsgelände zu betreten.

Die drei Aktivisten wurden zu Geldstrafen verurteilt. Einer von ihnen ist Rudolf Pasemann aus Haldensleben, der beim Friedensweg am Sonntag seine Geschichte erzählte. "Mein Fall wurde in vier verschiedenen Gerichten behandelt, zuletzt am Oberlandesgericht in Naumburg", erklärte er und entrüstete sich über die Verfahren. Nach seiner Meinung hätten die Beteiligten der Bundeswehr bei den unterschiedlichen Verhandlungen Lügen erzählt. "Es wurden zum Beispiel immer Videos von den Vorfällen am 11. August gezeigt, die jedes Mal unterschiedlich waren. Das geht doch gar nicht", erklärte er.

Bevor die Frauen und Männer sich ihren fünf Kilometer langen Weg durch die Heide bahnten, bat Peter Haese, der die Veranstaltung moderierte, noch Edgar Körschner an das Mikrofon. Dieser stellte den neuen Kalender der Initiative vor, der Bilder der schönen Colbitz-Letzlinger Heide zeigt. "Diese Naturschönheit wollen wir erhalten", appellierte Körschner.

Versammlungsleiterin Heidrun Wehde wies darauf hin, dass der zuvor abgegangene Weg durch den Wald sehr vereist und verschneit war. Darum improvisierten die Initiatoren bei der etwa fünf Kilometer langen Wanderung etwas und nahmen einige abweichende Routen, anders als geplant. Damit niemand allzu sehr fror, gab es für die Friedensweg-Teilnehmer frischen Kaffee und Tee zur Stärkung.

 

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