Schulentwicklung, das neue Kinderfördergesetz und die Förderung des Ehrenamts waren 2013 seine Themen. Der Kulturausschuss-Vorsitzende Klaus Ehlers (FWG) blickt zurück und voraus. Mit ihm sprach Volksstimme-Redakteur Maik Schulz.

Volksstimme: Herr Ehlers, was waren aus der Sicht des Ausschusses für Kultur, Jugend, Soziales und Vereinspflege die prägenden Momente im vergangenen Jahr gewesen? Welche Erfolge konnten Sie erreichen?

Klaus Ehlers: Die wichtigsten Themen, mit denen sich unser Ausschuss 2013 auseinandersetzen musste, waren die Schulentwicklungsplanung, das Kinderfördergesetz, der Start des Projektes ¿Engagementdrehscheibe\' und die Bildung des ¿Bürgervereins Hohe Börde\' gewesen.

Beim Thema Schulentwicklungsplanung gab es enormen Diskussionsdruck, weil ein Spagat zwischen den gesetz- lichen Vorgaben des Landes, den zum Teil verständlichen Forderungen der Eltern, aber auch den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde geschafft werden musste. Dass dann letztlich eine bis ins Jahr 2017 reichende Gestaltungsvariante die Zustimmung eines großen Teiles des Gemeinderates fand, ist der Bereitschaft aller an der Diskussion Beteiligten zu verdanken, perspektivisch eine in erster Linie dem Wohl der Kinder dienende Lösung zu finden.

Ziemlich machtlos zeigte sich dagegen der Kulturausschuss gegenüber dem Kinderfördergesetz mit seinen für die Gemeinde zweifelhaften und unverständlichen Festlegungen beim Management und bei der Finanzierung. Verschiedene Appelle zur Änderung der gesetzlichen Vorgaben verhallten im luftleeren Raum

Dass mit dem Projekt ¿Engagementdrehscheibe\' und mit der Bildung eines Bürgervereins die Forderungen des Kulturausschusses nach einer Stärkung des "Wir-Gedankens" praktisch umgesetzt wurden beziehungsweise werden, darf getrost auf der Haben-Seite der Gemeinde Hohe Börde und seines Kulturausschusses verbucht werden. Wichtig wird sein, die begonnenen Initiativen kreativ weiter zu führen.

Volksstimme: Womit sind Sie hinsichtlich der Aufgabenfelder ihres Ausschusses unzufrieden, wenn Sie auf das Jahr 2013 für die Gemeinde Hohe Börde zurückschauen?

Ehlers: Die Aufgabenfelder des Kulturausschusses sind vielseitig. Die Bezeichnung des Ausschusses drückt das ja sehr deutlich aus: Jugend, Soziales, Kultur und Vereinspflege. In allen vier Aufgabenfeldern lagen dem Kulturausschuss eine Reihe von Berichten, Stellungnahmen, Anfragen und Beschlussvorlagen vor.

Durch das große Engagement der Streetworkerin und der Fachkraft für Jugendarbeit bekam vor allem die Jugendclubarbeit neuen Schwung. Die Befürchtung des Kulturausschusses ist nicht unbegründet, dass durch fehlende Förderung im Personalbereich dieser ¿Schwung\' abgebremst werden könnte.

In allen Diskussionen und Entscheidungen war als roter Faden immer die Forderung nach einem stärkeren "Wir-Gefühl" erkennbar. Dass dieses nicht vom Himmel fällt, sondern immer wieder neu erarbeitet werden muss, ist inzwischen vielen klar geworden - aber eben noch nicht allen. Ein echtes gutes "Wir-Gefühl" konnten alle Teilnehmer an der "Tour de Börde" am 1. Mai 2013 empfinden. Hieran muss angeknüpft werden, auch ohne Hilfe von "außen".

Verstärkt wurde in den Ausschuss-Sitzungen Handlungsbedarf im Blick auf soziales Engagement in den Ortschaften der Gemeinde angemeldet. Es wird Aufgabe des Kulturausschusses für den Rest der Legislaturperiode sein, diesen Handlungsbedarf konkret zu benennen und Handlungsempfehlungen auszusprechen, die dann sicher weit in den Wirkungszeitraum eines neu gewählten Kulturausschusses hinein reichen werden.

Volksstimme: Wie schätzen Sie die Zukunft der Gemeinde Hohe Börde ein?

Ehlers: Positiv! Durch die Weiterführung der Initiativen der "Engagementdrehscheibe", durch die Bildung des Bürgervereins und durch die Fortsetzung der Elternstammtische sind gute Voraussetzungen gegeben, die Gemeinde Hohe Börde in ihrer Zukunfts- orientierung zu stärken. Die demografische Entwicklung verlangt nach zukunftsorientiertem Handeln, auch in der Gemeinde Hohe Börde, die ja im Vergleich zu anderen Gemeinden über recht gute Ausgangspositionen verfügt. Die Aufgabe des Kulturausschusses ist es, als Mitdenker und Anmahner in den oben genannten Handlungsfeldern weiterhin aktiv zu sein.

Volksstimme: Was wünschen Sie sich an politischen Rahmenbedingungen für die Gemeinde von Landkreis, Land und Bund für die kommenden Jahre?

Ehlers: Vom Landkreis: eine souveräne Partnerschaft zwischen Landkreis und Kommune bei allen kommunalrelevanten Entscheidungen.

Vom Land: trotz aller notwendigen Sparbeschlüsse eine zukunftsorientierte Förderung der Kultur- und Bildungsarbeit. Die Kultur- und Bildungsarbeit darf in unserem Land nicht zum fünften Rad am Wagen degradiert werden.

Vom Bund: die Verwirk- lichung der in den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU benannten sozialen Vorhaben und bedingungslose Kampfansage an alle, die die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander treiben. Statt der vielen Lobbyisten im Dunstkreis der Berliner Regierung sollten in erster Linie die vielen Hartz-IV-Bezieher und Geringverdiener mit ihren Problemen in alle sozialen Entscheidungsprozesse eingebunden werden.