So schnell werden die jungen Leute ihren Ausflug wohl nicht vergessen. Einen Nachmittag lang durften sie hinter die Kulissen des VfL Wolfsburg und seines Stadionbetriebes schauen.

Klinze/Wolfsburg l Einmal bei einem Fußball-Bundesligaspiel live dabei sein. Für einige Kinder und Jugendlichen aus dem Landkinderheim Wegenstedt und dem Kinderheim aus der Waldstraße in Haldensleben hat sich ein Traum erfüllt.

Dank Kerstin Dörfel aus Klinze und einigen weiteren Helfern konnten die Fußballinteressierten auf Einladung von Michel-Jan Ahrens kürzlich die Fahrt nach Wolfsburg antreten. Er hatte die Karten spendiert und auch den geführten Rundgang durch das Stadion organisiert.

Mit einem Stadionführer ging es auch gleich nach der Ankunft los. Gezeigt wurden auch Ecken, die ein "normaler" VfL-Besucher sonst nicht zu sehen bekommt. "Ein Höhepunkt war zweifellos ein kurzer Abstecher an den ,heiligen Rasen\' der Wolfsburger. Das hat man ja schließlich auch nicht alle Tage", sagte Kerstin Dörfel. Allerdings betreten werden durfte er nicht so kurz vor dem Spiel. Der Rasen werde nämlich in den Niederlanden hergestellt und sei sehr empfindlich, war vom Führer zu erfahren. Bei der Herstellung würden unter anderem Kunstrasenpartikel verwendet.

In Erfahrung brachten die Besucher aus Wegenstedt und Haldensleben auch, dass im Durchschnitt eine ganze Tonne Pommes Frites an einem Spieltag über den Ladentisch gereicht werde. Eine solche Menge könne man sich als Außenstehender gar nicht vorstellen, staunten die Gäste.

Wahnsinnig aufwändig und spannend empfanden sie außerdem die Logistik für so ein Bundesligaspiel. Das fängt bei den Einweisern auf den riesigen Parkplatzflächen an, geht über das Reinigungspersonal und den Sicherheitsdienst für die Stars des Abends, die Spieler des VfL Wolfsburg und - in diesem Fall - des VfB Stuttgart.

Die Besucher begriffen: Beim VfL handelt es sich eigentlich um ein riesiges Wirtschaftsunternehmen, das organisiert und gemanagt werden muss. Nach diesem doch recht ausführlichen Blick hinter die Kulissen gab es schon einen großen Respekt davor, dass während eines Bundesliga-spiels alles so reibungslos verläuft.

Nach dem Rundgang stellte sich bei so manchem Gast der Hunger ein. Christian Kästner aus Haldensleben hatte sich bereit erklärt, für alle eine Wurst und ein Getränk zu spendieren, was mit einem Dank an den Berufsbetreuer gern angenommen wurde.

Nach der Stärkung ging es auf die Plätze, und man war erstaunt, wie schnell sich so ein riesengroßes Stadion - eben noch vollkommen leer und verlassen - doch mit Menschen anfüllen kann.

Noch heute schwärmen die Mädchen und Jungen von der tollen Atmosphäre während der Bundesligapartie. Wer noch nie in einem solchen Stadion live dabei war, der könne gar nicht nachvollziehen, was für eine Stimmung da herrscht.

Dass die "Wölfe" die Partie auch noch mit 3:1 für sich entscheiden konnten, gab dem ganzen Ausflug noch das Tüpfelchen auf dem i.

Für die Zehn- bis Fünfzehnjährigen aus Wegenstedt und Haldensleben jedenfalls war es eine bislang einmalige Erfahrung, so ein großes Stadion sowohl leer als auch mit Fans gefüllt erleben zu dürfen, ganz zu schweigen von den Fußballstars auf dem Rasen.

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