36 Jahre kümmerte sich Klaus Busse um die kommunalpolitische Entwicklung von Erxleben, davon fast 34 Jahre als Bürgermeister. Am 31. Dezember endete für ihn eine Ära mit vielen Aufs und Abs. Noch einmal blickt er auf diese lange Zeit an der Gemeindespitze zurück.

Erxleben l Eine wirklich lange Zeit in der Kommunalpolitik hat Klaus Busse verbracht. Von 1977 bis 1990 stand er als hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Erxleben vor und sagt über diese Zeit: "Es war eine angenehme Arbeit." Freilich gab es aber immer Höhen und Tiefen.

Mit der politischen Wende veränderte sich viel, auch für die Leitungen der Kommunen. Vier Jahre lang war Klaus Busse als "Aufbauleiter" tätig, wie er selbst sagt: "Mit dem Gemeindedirektor haben wir nach der Wende versucht, alle Aufgaben so aufzuteilen, dass alle zufrieden sind." Das sei gleichzeitig aufregend und anstrengend gewesen.

Als dann im Jahr 1994 Neuwahlen zum ehrenamtlichen Bürgermeisterposten anstanden, wollte Klaus Busse vermeiden, dass sich ein Ortsfremder um die Belange seiner Heimatgemeinde kümmert. "Zehn Minuten vor 18 Uhr am Bewerbungsschlusstag habe ich meine Bewerbung abgegeben", erinnert er sich. Von da an wurde der Bürgermeisterposten zur ehrenamtlichen Herausforderung für ihn.

"Einige Gemeinderäte sind von Anfang an dabei, andere waren nur zeitweise im Gemeinderat, aber haben trotzdem aktiv mitgewirkt, Erx- leben voranzubringen.

Stillstand ist Rückschritt", weiß Klaus Busse aus seiner langjährigen Erfahrung, mit der er zum Jahresbeginn sein Amt in die Hände von Gerhard Jacobs gelegt hat. Es sei an der Zeit, sich zurückzuziehen.

Vieles sei geschaffen worden, dafür die notwendigen Geldmittel zu beschaffen, sei oftmals ein Herausforderung gewesen. Einiges, was geschaffen worden ist, konnten die Bürger sehen, anderes nicht. "Doch alles, was wir gemacht haben, erfolgte im Sinne der Bürger", blickt Klaus Busse zurück.

Die meisten Straßen, die Trauerhalle, das Gerätehaus der Feuerwehr seien gemacht, in den Erxleber Kindergarten sei viel Geld geflossen. Ob im Nachhinein ein Neubau besser gewesen wäre als eine Investition in das gute alte Gebäude, darüber könne man sicher streiten, doch es sei zum Wohle der Kinder geschehen.

Mit der sanierten Sekundarschule, die 1984 gebaut worden war, habe Erxleben viel Glück gehabt. Stabile Schülerzahlen und ein engagiertes Lehrerkollegium seien für Erxleben ein großes Glück.

Sporthalle und Kegelbahn seien in Eigenleistung entstanden. Schwieriger sei es mit der Eingemeindung von Bartens- leben, Bregenstedt, Groppendorf, Hakenstedt und Uhrsleben in die Gemeinde Erxleben geworden. Sehr unterschiedliche Bedingungen hätten die Dörfer in diese Zweckehe, geschlossen mit der Kommunal- gebietsreform von 2010, eingebracht. Hierauf gelte es, sich ständig neu einzustellen.

"Ein Bürgermeister muss sich vor den Gemeinderat stellen, sollte aber immer den Rat bei allen Entscheidungen einbeziehen und ihn informieren", gab Klaus Busse Gerhard Jacobs mit auf den Weg. Für ihn sei es nun an der Zeit, das Amt abzugeben, auch wenn er mit dem Herzen noch dabei sei.

An den Gemeinderat gewandt, wünschte der scheidende Bürgermeister stets ein glückliches Händchen bei allen künftigen Entscheidungen. Er sei ja nicht ganz aus der Welt.