Über die Lärmbelastung auf Irxleber Straßen durch den Transportverkehr des Mammendorfer Steinbruches diskutierte der Wirtschaftsausschuss Hohe Börde mit den Anliegern und dem Steinbruchbetreiber. Mehrere Optionen werden geprüft.

Mammendorf/Irxleben l Direkt an der Bundesstraße 1 (Helmstedter Straße) wohnt die Irx- leberin Mary Eberhard. "Es geht schon vor 5 Uhr morgens los. Die leeren Laster krachen über die Gullydeckel und bringen das ganze Haus samt der Kaffeetassen in Schwingung", berichtete sie von ihren täglichen Erfahrungen im Wirtschaftsausschuss des Gemeinderates Hohe Börde.

Der Transportbetrieb ist in der Zeit von 5 bis 22 Uhr erlaubt

Taktgeber für die bebenden Frühstücksbrötchen sind laut Mary Eberhard die Leerfahrten jener Transporte, die wenig später voll beladen aus dem fünf Kilometer entfernten Mammendorfer Steinbruch wieder durch Irxleben rollen. Voll beladen machen sie allerdings nicht so viel Krach wie auf der Hinfahrt.

Grund für den morgend- lichen Lärm sind die erlaubten Betriebszeiten des Mammendorfer Steinbruchs. Sascha Wienbrock, Betriebsleiter der Cronenberger Stein Industrie (CSI) im Mammendorfer Hartsteinwerk, erklärte: "Seit 2003 ist der An- und Abtransport ab 5 Uhr bis 22 Uhr erlaubt. Diese Zeiten gelten nicht für das Brechen des Gesteins, sondern für den Transport. Die Lkw müssen allmorgendlich pünktlich an ihren Fernbaustellen sein, der Split kommt dort direkt in den Fertiger des Straßenbelags, deshalb die Öffnung für den Verkehr ab 5 Uhr." Die Folge: Bereits vor 5 Uhr krachen die leeren Lkw durch Irxleben.

"Wir wollen unseren lokalen Unternehmen nicht das Leben schwer machen, sie schaffen Arbeitsplätze. Wir müssen aber die Bedürfnisse beider Seiten - der Wirtschaft und der Anlieger - irgendwie in Einklang bringen", betonte Matthias Schwenke, der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Hohe Börde. Wienbrock sicherte Be- mühungen zu, die morgendliche Belastung in Grenzen zu halten. Doch direkten Einfluss auf seine Kunden könne der Steinbruch nicht nehmen. Diese Einschätzung teilte auch Bauamtsleiter Rüdiger Schmidt.

Eine von Irxleber Anwohnern beklagte Zunahme des Lastverkehrs wollte Wienbrock nicht bestätigen. "Vielleicht ist der Verkehr in diesem Herbst etwas höher gewesen, aber unterm Strich bewegt sich der Split-Transport seit 2000 auf einem Niveau, plusminus zehn Prozent", unterstrich der CSI-Betriebsleiter.

Die Verantwortung der Steinbruchbetreiber für die Lärmbelastung endet dort, wo sich die Split-Lkw mit dem allgemeinen Verkehr vermischen - also an der Einmündung zur B1 in Höhe des Abzweigs Mammendorf. So habe es das Bergamt der Landesaufsichtsbehörde der Gemeinde mitgeteilt, berichtete Bauamtsleiter Schmidt.

Mit den Anliegern der lärmgeplagten Irxleber Straßen teilte Werksleiter Wienbrock die Hoffnung auf eine Irxleber Ortsumgehung. Doch eine Umfahrungsstraße ist bisher noch in weiter Ferne.

Möglichkeiten: Anbindung an A2, Tempo 30 oder Ortsumgehung

Als "realistischere Alterna- tive" brachte Matthias Schwenke eine direkte Anbindung des Steinbruchs an die Autobahn A2 ins Gespräch. "Eine Anbindung über den sogenannten Rasthofweg nordöstlich von Mammendorf wäre die beste Variante. Damit wäre das Thema Lärmbelastung in den Anrainergemeinden vom Tisch. Meiner Einschätzung nach gibt es in Deutschland genügend Beispiele, wo über Raststätten eine direkte Anbindung an die Autobahn erlaubt worden ist. Argumente dafür haben wir genug."

"Einfacher wäre sicherlich, in Irxleben auf der Bundesstraße B1 eine Tempo-30-Zone auszuweisen. In Bebertal ist das im Zuge des Schulweg- Sicherheits-Konzeptes auch gelungen", meinte Gemeinderat Albrecht von Bodenhausen. Gemeinde und CSI wollen bezüglich der angesprochenen Ansätze im Gespräch bleiben. Das sicherten beide Seiten einander zu. Die Gemeinde wird Möglichkeiten wie Rasthofweg-Anbindung und Tempo-30-Zone in Irxleben ausloten. Auch die Irxleber Ortsumgehung bleibt ein Thema.

Bezüglich der Straßen- verunreinigung durch den Split bis in die Irxleber Ortslage hinein erklärte Sascha Wienbrock: "Wir reinigen anstelle der früheren Kehrmaschine heute mit einer Hochdruck- reinigungsmaschine allerdings nur bis zur B1." Über den Takt der Straßenreinigung und die zu reinigenden Strecken wollen Gemeinde und Steinbruchbetreiber nach zufriedenstellenden Möglichkeiten suchen.