Die ehemalige LPG-Tankstelle in Hörsingen gilt als Gefahrenquelle für spielende Kinder. Doch bevor das alte Tankstellengebäude abgerissen werden kann, soll ein Gutachter prüfen, ob sich im Boden noch Altlasten befinden. Erst nach dem Prüfungsergebnis gibt es eine Kostenschätzung für Abriss und Entsorgung.

Hörsingen l Als Gefahrenstelle bezeichnet Hörsingens Ortsbürgermeister Peter Schorlemmer (CDU) die ehemalige LPG-Tankstelle. Gleich neben der Tankstelle befindet sich der Kinderspielplatz. "Im Giebel des alten Gebäudes ist schon ein großer Riss. Das Gemäuer könnte irgendwann zusammenfallen. Auch Teile vom Dach könnten bei starkem Wind herunterfallen", beschrieb Schorlemmer die Situation auf dem gemeindeeigenen Grundstück.

Laut Gebietsänderungsvertrag sollte die Tankstelle längst abgerissen sein. Bereits 2012 hatte der Stadtrat auf Antrag des Ortschaftsrates Hörsingen entschieden, Mittel für den Abbruch der baulichen Anlage im Nachtragshaushalt einzuplanen, damit für den Abriss ein Fördermittelantrag gestellt werden kann.

Für die Erarbeitung des Antrages wird eine konkrete Kostenschätzung benötigt. Bei einem Ortstermin wurde dann festgestellt, dass außer den baulichen Anlagen der ehemaligen Tankstelle auch noch die Tanks vorhanden sind. "Der Umfang und der Belastungsgrad lassen sich von außen nicht beurteilen. Für die Kostenschätzung muss daher ein geeignetes Planungsbüro mit der Beprobung und Analyse der Altlasten beauftragt werden. Diese Leistungen konnten bisher nicht erbracht werden", informierte Einheitsgemeindebürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke) bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses.

Die finanziellen Mittel für die Planungsleistungen wurden für den Haushaltsplan 2013 angemeldet. "Nachdem der Stadtrat den Haushaltsplan am 20. November beschloss, hat nun das Fachbüro den Auftrag, sich die Tankstelle vor Ort anzusehen. Erst nach Vorlage der Ergebnisse kann eine Aussage zu den Abbruch- und Entsorgungskosten getroffen werden", ergänzte die Bürgermeisterin. Das Bauamt wies darauf hin, dass zuerst die Untersuchung und später auf der Grundlage eines Leistungsverzeichnisses die öffentliche Ausschreibung erfolgen muss.

Da es sich um eine verzeichnete Altlast handelt, muss die bauliche Anlage insgesamt ordnungsgemäß beseitigt und entsorgt werden. "Der Landkreis hat dazu entsprechende Auflagen erteilt", ergänzte Silke Wolf.

Tanks sollen leer sein

"Die Eigenmittel sind mit Grundstücksverkäufen in Hörsingen aufzubringen. Ortsbürgermeister Schorlemmer hat zugesichert, dass er dazu eine Aufstellung, die von der Verwaltung geprüft wird, bereitstellt", betonte Silke Wolf.

"Die Tanks sind leer und wurden Ende der 90er Jahre gespült. Ein Gutachter kommt nun, um den Baugrund zu untersuchen. Er wird feststellen, ob sich dort noch Ölrückstände oder Ähnliches im Boden befinden. Wenn es diese Rückstände gibt, müssen wir Fördermittel für die Entsorgung beantragen. Wenn keine Schadstoffe im Boden sind und der Gutachter grünes Licht gibt, könnten wir noch im Januar die Tankstelle oberhalb abreißen", beschrieb der Ortschef.

Der Abriss oberhalb läge im finanziellen Rahmen. Schor- lemmer hofft, dass diese Kosten dann nur bei etwa 15000 Euro liegen: "Der Abriss wäre dann auch ohne Fördermittel möglich."

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