Der Zustand der Straße Riesenfeld in Weferlingen ist katastrophal. Tiefe Schlaglöcher sind bei Regen mit Wasser gefüllt. Anwohner sind genervt, denn Flickarbeiten halten nicht lange. Etwa eine Millionen Euro würde der grundhafte Ausbau kosten. Die Anlieger müssten sich mit 90 Prozent an den Kosten beteiligen.

Weferlingen l Die Straße Riesenfeld in Weferlingen braucht keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Wer die Straße befährt, wird beim Slalom um die tiefen Schlaglöcher und Riesenpfützen ganz automatisch ausgebremst. An einigen Stellen sind die Pfützen so groß, dass die Bewohner nur mit großen Schwierigkeiten trockenen Fußes von ihren Auffahrten kommen.

Der schlechte Straßenzustand war auch bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses der Stadt Oebisfelde-Weferlingen Thema. Der Weferlinger Ortschaftsrat hatte zuvor das Bauamt um eine planerische Kostenschätzung gebeten. "Diesen Schritt können wir so nicht gehen, denn wir müssen genau wissen, was konkret angedacht ist", erklärte Sabine Fischer, Mitarbeiterin des städtischen Bauamtes. Sie verteilte während der Zusammenkunft Pläne, auf denen der Verlauf der Straße zu erkennen ist. "Wenn es heftig geregnet hat, sind im akuten Bereich Schlaglöcher wie Badewannen gefüllt. Aber auch wenn es nicht geregnet hat, steht das Wasser, so dass man mit normalem Schuhwerk dort nicht gehen kann", beschrieb Sabine Fischer.

Bereits die damalige selbständige Gemeinde Weferlingen hatte sich schon mit dem Problem auseinander gesetzt. "Damals suchte man vergeblich nach einer Lösung, die den Anliegern nichts oder nicht viel kostet", blickte die Bauamtsmitarbeiterin zurück.

Das Problem ist unter anderem, dass die Fahrbahnbreiten nicht ausreichend sind. Links und rechts ist nicht genügend Platz, damit das Oberflächenwasser versickern kann. Außerdem gibt es in diesem Bereich auch keinen durchgehenden Regenwasserkanal, sondern nur Fragmente oder Stücke eines Bürgermeisterkanals, die aber auch nicht in der erforderlichen Tiefe liegen. Ein funktionierender Schmutzwasserkanal ist vorhanden.

"Mit einer Bitumdecke oder einer ähnlichen Oberflächenbehandlung würden wir das Problem Regenwasser natürlich nicht lösen. Damit würden wir das Ganze noch verschlimmern. Dann würde das Regenwasser noch auf private Grundstücke laufen", beschrieb die Bauamtsmitarbeiterin. Ihrer Ansicht nach müsste ein grundhafter Ausbau mit der Neuverlegung eines Regenwasserkanals erfolgen. "Wenn der Ausbau realisiert werden soll, müssen auch Erschließungsbeiträge erhoben werden", betonte sie.

"Da es sich um eine Anliegerstraße handelt, müssten die Grundstücksbesitzer 90 Prozent der Kosten zahlen", wies Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke) hin. Die gesamte Strecke, die ausgebaut werden müsste, ist etwa einen Kilometer lang. "Wir unterhalten uns über etwa eine Million Euro, die auf die Anlieger umzulegen sind. Das muss man den Bürgern erst mal plausibel machen. Es würden zehn Prozent auf der Gemeinde hängen bleiben. Das wären etwa 100000 Euro, die bei unserem Haushalt kaum zu stemmen sind", sagte Silke Wolf.

Einigkeit im Ausschuss: Zustand kann so nicht bleiben

Sie kann sich gut vorstellen, dass die Anwohner nicht einfach mehrere tausend Euro zahlen können. "Der Bürger sagt immer, macht was, aber etwas, was uns nichts kostet. Aber hier muss grundhaft ausgebaut werden", sagte Silke Wolf. Andererseits hätten nach Ansicht der Bürgermeisterin die unbebauten Grundstücke auch noch eine Chance, vermarktet zu werden, wenn sie erschlossen sind.

Silke Wolf schlug vor, das der Weferlinger Ortschaftsrat sich noch einmal mit dem Thema beschäftigt. "Wir wollen auf keinen Fall mit der Tür ins Haus fallen. Wir wollten nur Planungsgrößen, damit wir den Bürgern genau sagen können, wie viel sie bezahlen müssten, wenn ausgebaut wird", erklärte Jürgen Preikschas (SPD), Mitglied im Bauauschuss und im Weferlinger Ortschaftsrat.

Das Ergebnis der Diskussion war, dass die Bauamtsmitarbeiter Kosten für vergleichbare Straßen heraussuchen, damit die Weferlinger Räte mit den Anliegern sprechen und abwägen können, ob die Maßnahme realisiert werden soll. Einig waren sich die Ausschuss-Mitglieder, dass der Zustand der Straße so nicht bleiben könne. Notfalls müsste nochmals provisorisch geflickt werden.