Althaldensleben. Im Fall der professionell betriebenen Cannabis-Plantagen in Haldensleben und Tangermünde haben die Staatsanwälte die Ermittlungen aufgenommen. Dabei handelt es sich um zwei getrennte Verfahren. Mit der Anlage in Althaldensleben beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft in Magdeburg, für den Fall in Tangermünde ist die Staatsanwaltschaft Stendal zuständig.

Die Vorgeschichte: Am Mittwoch hatte ein Großaufgebot der Polizei ein ehemaliges Möbellager an der Neuhaldensleber Straße gestürmt. Im Obergeschoss stießen die Beamten auf eine Aufzuchtanlage inklusive UV-Lampen, Belüftung und einer aufwändigen Stromversorgung Marke Eigenbau. Rund 1800 Pflanzen wurden sichergestellt. Dabei handelt es sich um einen der größten Drogenfunde in Sachsen-Anhalt. Laut Polizei hätte der Marktwert der Pflanzen bei etwa 400 000 Euro gelegen. Zeitgleich hob die Polizei in Tangermünde eine Anlage mit zirka 800 Cannabis-Gewächsen aus. In beiden Fällen nahmen die Polizisten jeweils einen mutmaßlichen Helfershelfer vietnamesischer Herkunft vorläufig fest. Beide Männer hatte offenbar inmitten der Plantagen gehaust.

Als Drahtzieher werden andere vermutet: "Die Ermittlungen konzentrieren sich auf drei Hauptverdächtige, einen Deutschen und zwei Vietnamesen", hatte Marc Becher, Pressesprecher der Polizeidirektion Nord, am Mittwoch erklärt. Die drei stehen im Verdacht, sowohl die Anlage in Althaldensleben als auch die in Tangermünde betrieben zu haben.

Laut Thomas Kramer, dem Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Stendal, sitzt ein 54-jähriger Vietnamese mittlerweile in Untersuchungshaft. Der Vorwurf laute auf "Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge". Ob es sich bei dem Inhaftierten um einen Helfershelfer oder einen der drei Hauptverdächtigen handelt, konnte Thomas Kramer gestern nicht sagen.

Die Staatsanwaltschaft Magdeburg hat laut ihrem Sprecher Frank Baumgarten bisher keine Haftanträge gestellt. Die Ermittlungen dauerten jedoch an.

Bei dem in Tangermünde wohnendem Deutschen handelt es sich um den Eigentümer der beiden Hallen in Althaldensleben und Tangermünde. Bei ihm muss laut Marc Becher unter anderem geklärt werden, ob er die beiden Gebäude schlicht untervermietet hat, ob er dabei von den Plantagen wusste - oder ob er am Cannabis-Anbau direkt beteiligt war.

Die kriminaltechnischen Arbeiten sind nach Auskunft von Marc Becher abgeschlossen: "Wir haben alles vermessen und fotografiert. Jetzt sind sie Hallen leer und verschlossen." Die sichergestellten Cannabis-Pflanzen würden unter anderem beim Landeskriminalamt lagern. Das technische Equipment der Züchter hingegen befinde sich bei der Polizeidirektion Nord und nehme dort gleich mehrere Garagen in Anspruch.