Calvörde l Angemessenes Tempo, sinnerfassende Betonung, die richtige Lautstärke - darauf kam es an beim Lesewettbewerb der Sekundarschule "Brüder Grimm" in Calvörde. Seit mittlerweile 55 Jahren lädt die Initiative des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Mädchen und Jungen dazu ein, spannende Geschichten und die Freude am Lesen zu entdecken.

Nach dem Motto "Seitenforscher" machten sich die sechs Klassenvertreter daran, von ihrer Forschungsreise durch die Welt der Bücher zu berichten und ihre entdeckten und vorbereiteten Textstellen vorzustellen, um anschließend daraus der Jury und den Klassenkameraden vorzulesen.

"Nur wer liest, kann verstehen, denn Lesen ist die Grundlage der Bildung. Wer liest, kommt im Leben wesentlich besser zurecht, als jemand, der sich nur berieseln oder unterhalten lässt", weiß Schulleiter Karl Einhorn.

In der Jury saßen Anja Preuße, Mitarbeiterin des Calvörder Elektrogeschäftes, Katharina Knauf vom Förderverein der Schule, Buchhändler Stefan Rost aus Haldensleben und Schülervertreterin Claudia Klengler aus Velsdorf.

Seit vielen Jahren beteiligt sich die Calvörder Schule am Wettbewerb. "Wir haben kein Jahr ausgelassen", erinnerte sich der Schulleiter. Vor den Leserinnen lagen abenteuerliche Geschichten. Die Deutschlehrerinnen Elke Schulze und Jana Kurtz hatten die Kinder auf den Wettbewerb vorbereitet.

"Seitenforscher" sind sie, weil sie schon die besten Leser ihre Klassen sind, alle sechs: Sarah Teichmann, Laura Euler, Lisann Staats, Annika Heinrichs, Jasmin Teichmann, Angelique Nefe.

Mit einem besonders dicken "Schinken" mit dem Titel "Das böse Buch" setzte sich Jasmin Teichmann aus Weferlingen gegen fünf ihrer Mitschülerinnen durch. Dabei ist das Buch von Magnus Mys nicht wirklich böse. Ein Buch kann ein guter Freund sein - oder ein raffinierter Widersacher wie dieses hier. "Es gibt in der Handlung knifflige Rätsel zu lösen und spannende Aufgaben zu bewältigen", erklärte die zehnjährige Schülerin aus Weferlingen.

Ihre Zwillingsschwester Sarah Teichmann beschrieb ihr Buch "Tanz der Hexen" von Jana Vogel. Das Buch erzählt von drei Detektivinnen, die nicht an Geister, Monster oder Hexen glauben, aber gruselige Abenteuer bestehen. "Wenn ich lese, fühlt es sich so an, als ob ich das selbst erlebe", sagte Sarah, die sich auf den zweiten Platz las.

Laura Euler und Angelique Nefe belegten den dritten Platz. Über Burschen, die laut und anstrengend sind, erzählte Laura in ihrem Buch "Jungs, die bellen, beißen nicht" von Leslie Margolis. "Meine Titelheldin Annabell bekommt von ihrer Mutter einen Welpen, inklusive Erziehungsratgeber für Hunde, geschenkt. Der bringt Annabell auf eine Idee: Vielleicht funktionieren die Methoden ja nicht nur bei Vierbeinern?", erzählte Laura. Lustige Geschichten über den "Kleinen Schmutzfink Max", ein Buch von Jenny Dale, las Angelique vor und erntete dafür Beifall von ihren Mitschülern.

Einhorn überreichte den "Seitenforschern" Urkunden, Gutscheine und Buchgeschenke. Er lobte aber auch die Schüler, die zwei Unterrichtsstunden lang ihren Mitschülern aufmerksam zuhörten.