Dem Leben in der DDR und der friedlichen Revolution 1989 in Leipzig waren Mädchen und Jungen der Haldensleber Förderschule für geistig Behinderte "Johanne Nathusius" auf der Spur. Dazu ist eine Ausstellung entstanden, die ab heute im Landratsamt in der Kreisstadt zu sehen ist.

Haldensleben l SED und FDJ, DDR und MfS - Abkürzungen, die noch vor 25 Jahren zur Tagesordnung gehörten, gehören bei den Jugendlichen heutzutage kaum noch zum Sprachschatz. Auch den Mädchen und Jungen der Arbeitsgemeinschaft Politik der Haldensleber Förderschule für geistig Behinderte "Johanne Nathusius" waren diese Begriffe fremd - bis sie sich im Frühjahr des vergangenen Jahres intensiv damit befassten.

Auf Initiative des Fördervereins der Schule ist ein Geschichtsprojekt über die jüngste deutsche Vergangenheit auf den Weg gebracht worden - um Jugendliche weiter zu motivieren, sich mit Politik zu beschäftigen. Unterstützung erhielten die Schüler dabei vom Lokalen Aktionsplan (LAP) Börde, der das Vorhaben förderte und auch weiter fördern wird.

"Vom Leben in der DDR und der friedlichen Revolution im Herbst 1989" - so der Titel des Projekts - erfuhren die Haldensleber Jugendlichen bei zwei Studienfahrten, die sie nach Leipzig führten. Ein Besuch der Nikolaikirche, der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" und des Beauftragten für Stasi-Unterlagen waren dabei wichtige Stationen, um sich hautnah mit dem Thema auseinandersetzen zu können. Auch die Besichtigung des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in Magdeburg, der Besuch von Jugendeinrichtungen in Haldensleben und Gespräche mit Bürgerrechtlern ihrer Heimatstadt standen auf der AG-Agenda.

Vieles haben die Jugendlichen im Rahmen des Projekts zusammengetragen und als Ausstellung aufbereitet, die im Dezember zunächst in der Nathusiusschule zu sehen war. Ab heute sind die zusammengetragenen Dokumente und Fotos über das einstige Leben in der DDR und den damals allgegenwärtigen Einfluss der Stasi im Landratsamt in Haldensleben, Gerikestraße 104, zu sehen. "Die Besucher können damit auch einen kleinen Einblick in die Umsetzung von Zielen des Lokalen Aktionsplans Börde gewinnen", sagte Michéle Darius von der LAP-Koordinierungsstelle beim Landkreis.

Öffnungszeiten Landratsamt: täglich von 8 bis 15 Uhr, dienstags bis 18 Uhr, donnerstags bis 16 Uhr und freitags bis 11.30 Uhr.