Die Energiewende ist Thema des alternativen Neujahrsempfanges des Kreisvorstandes Börde vom Bündnis 90/Die Grünen in Rätzlingen gewesen. Die Gäste des Empfanges wanderten vom Öko-Hof zur Biogasanlage und zur Photovoltaikfeldanlage. Anschließend gab es Grünkohl und Biofleisch.

Rätzlingen l Während Neujahrsempfänge meist mit Sekt und Häppchen gegeben werden, begrüßten die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und ihre Gäste am Sonnabendmorgen das neue Jahr mit einer Wanderung und einem Grünkohlessen. Gastgeber Jörg Lauenroth-Mago, Mitglied bei den Grünen und Ortschaftsrat in Rätzlingen, hieß gemeinsam mit seiner Frau Sabine und seinem Sohn Jonas die Parteifreunde und die interessierten Bürger auf seinem Öko-Bauernhof in Rätzlingen willkommen.

Bevor die zweieinhalbstündige Wandertour startete, konnten die Gäste die Haflinger streicheln oder sich im Holzhacken ausprobieren.

Thomas Schlenker vom Kreisvorstand der Grünen erinnerte sich, dass sie bei der Wanderung 2013 in Schermcke mit starkem Schneegestöber zu kämpfen hatten und ihnen deshalb der Blick auf den Brocken verwehrt blieb. "In Rätzlingen können wir zwar nicht den Brocken sehen, aber wir können sehen, wie die Energiewende sich vor Ort darstellt und gestaltet", sagte Schlenker. "Nicht den Brocken, aber den Remelberg sehen wir", ergänzte Lauenroth-Mago schmunzelnd.

Schlenker betonte: "Ich möchte Sie nicht mit einer langatmigen politischen Rede belästigen. Gerade nach der Bundestagswahl sollten wir uns mit klaren Botschaften auf den Weg machen und uns die Dinge anschauen, die uns wichtig sind, die uns stark gemacht haben und für die es auch in Zukunft wichtig sein wird, dass wir unsere Stimmen in den Stadt- und Gemeinderäten und im Kreistag heben werden."

Auf dem Weg zur Biogasanlage holten die Wanderer die bündnisgrüne Sprecherin für Energiepolitik Dorothea Frederking und ihren Mann vom Rätzlinger Bahnhof ab. Zu den Wanderern gehörten Sebastian Striegel, Sprecher für Demokratie und Bürgerrechte im Landtag von Sachsen-Anhalt, und Reinhild Hugenroth, Vorsitzende des Kreisverbandes Wittenberg.

Gemeinsam besichtigten alle die Biogasanlage und auch die Photovoltaikfeldanlage. Die Tour führte auch vorbei an der Mutterkuhherde der Familie Lauenroth-Mago.

Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens (parteilos) schilderte unterwegs die Höhen und Tiefen der Entwicklung von Rätzlingen, das bis 2009 selbständig war und nun zur Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen gehört.

"Auf Kernthemen konzentrieren"

Behrens verwies auch auf das Für und Wider der erneuerbaren Energien in Rätzlingen mit dem Blick auf die Windräder, das Biogasunternehmen und die Photovoltaiktechnik. "Wir müssten uns eigentlich schon Öko-Dorf nennen", sagte er schmunzelnd und ergänzte: "Wir haben ein Gewerbegebiet, das für industrielle Ansiedlungen gedacht ist. Diese Gewerbesteuern sind sehr wichtig für unsere Einheitsgemeinde."

Mit dem Blick voraus erklärte Schlenker: "Wir wollen uns wieder stärker auf unsere grünen Kernthemen, wie zum Beispiel Energie- und Klimaschutz, Ökologie, Ökonomie und Naturschutz sowie auf Demokratie und Bürgerrechte konzentrieren." An der frischen Luft und später auch am Mittagstisch beim Grünkohlessen hatten die Wanderer reichlich Zeit, um weiter ins Gespräch zu kommen.