Das Schulmuseum Hundisburg ist umgezogen, aber nur für kurze Zeit, denn im alten Kantorat an der Dönstedter Straße sind Bauarbeiten vorgesehen. Solange stehen die alten Bänke und die Vitrinen in einem Raum des Haldensleber Museums.

Haldensleben l "Schulmuseum Hundisburg" steht in großen Sütterlinbuchstaben an der alten Tafel. Die Tafel aber hängt vorübergehend in dem Raum des Haldensleber Museums, der sonst Sonderausstellungen vorbehalten ist. Der Klassenraum ist gewissermaßen einfach aus einem Zimmer in ein anderes gezogen, versichert Ulrich Hauer, Leiter des Museums Haldensleben. Übrigens sei auch das Museumsgebäude mal als Schule erbaut worden, und zwar 1866.

Bis die vorgesehenen Arbeiten in Hundisburg vollzogen sind, können Schulklassen und andere Interessierte das Schulmuseum in Haldensleben besuchen. Das sei für viele Schüler sicher sogar einfacher zu erreichen und es kann auch im Winter genutzt werden. Im Kantorat in Hundisburg sei es im Winter zu kalt, denn das Klassenzimmer hat keine Heizung.

Nur wenig unterscheidet den eigentlichen Klassenraum und den Ausweichraum in Haldensleben. Auch die Vitrinen mit den Ausstellungsstücken sind hier aufgestellt.

Erstmals hängen jetzt allerdings alle Schulwandbilder an der Wand, erzählt Susanne Otto, die das Schulmuseum betreut. Sonst zeigt sie diese Bilder nur. Bilder von Märchen und Sagen, so vom Schlaraffenland, den Schildbürgern und den Heinzelmännchen, sind zu sehen. Landschaften vom Weinberg bis zum Kilimandscharo, von der Mecklenburger Seenplatte bis zum Erzgebirge und Tiere wie Affe, Bären, Löwe und Elefant. Auch den Rohrstock, der lange in den Schulstuben üblich war, hat die Museologin mitgenommen ins Ausweichquartier. Nur der Geruch vom geölten Fußboden fehlt.

Das 1704 in Hundisburg erbaute Kantorat, das auf Betreiben von Johann Friedrich von Alvensleben entstand, soll nach den Bauarbeiten komplett als Museum zur Verfügung stehen. Seit 1906 hat die Lehrerfamilie Senff hier gewohnt und unterrichtet. Ilse Senff hatte das Amt von ihrem Vater übernommen und bis 2011 auch das Schulmuseum betreut, das 1988 eröffnet wurde. In der ehemaligen Lehrerwohnung stehen noch Möbel, mit denen ihre Eltern als junges Ehepaar eingezogen sind. So kann auch die Lehrerwohnung als Museum betrachtet werden.

Restauriert werden soll auch der kleine Hof hinter dem Schulhaus mit dem Plumpsklo. Hier können Schulklassen künftig auch alte Kinderspiele kennenlernen. Bis dahin dauert es jedoch noch eine Weile. Solange ist das historische Klassenzimmer im Haldensleber Museum zu sehen.

Wer eine Schulstunde erleben möchte , die an die Schulzeit der Urgroßeltern erinnert, kann sich an die Museologin Susanne Otto wenden. Termine können mit ihr unter der Telefonnummer 03904/498123 oder 0178 9384966 vereinbart werden.