Verstärkt auf großflächigen Einzelhandel will die Gemeinde Hohe Börde bei der Gewerbeansiedlung rund um den Elbepark setzen. Potenzielle Investoren gibt es ebenso wie Hürden der Raumplanung.

HoheBörde l Geschäftiges Treiben anstelle von stinkenden Müllbergen will die Gemeinde auf die leeren Gewerbeflächen rund um den Elbepark bekommen. Verödete Flächen, Hinterlassenschaften von Brummifahrern, von Lkw zerfahrene Borde an den Parkflächen trübt der Gemeinde seit Jahren den Blick auf die Konsum-Perle zwischen Hermsdorf und Hohenwarsleben.

Bisher nur mäßige Erfolge bei der Gewerbeansiedlung

Als "fast aussichtslos" hat Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel (parteilos) in ihrer Neujahrsansprache den Kampf gegen die Brummi-Flut bezeichnet. Ein Ausweg wäre: "Die Situation im Gewerbegebiet entspannt sich dann, wenn die Flächen endlich bebaut werden", erklärte Trittel.

Nach Jahren mäßiger Erfolge bei der Gewerbeansiedlung will die Gemeinde nun auf die Tube drücken. Der Anlass: "Mit Beendigung der Insolvenz einer Hohenwarsleber Immobiliengesellschaft gibt es jetzt wieder vermehrt Anfragen von Investoren, die sich genau hier am Kreuz von A2 und A14 niederlassen möchten und großflächige Einzelhandelseinrichtungen etablieren wollen", berichtete Steffi Trittel. Die Rede ist von 20000 Quadratmetern und mehr.

Ein neuer Eigentümer hat 13 Hektar Gewerbefläche am Elbepark gekauft und möchte mit einem interessierten Investor die Ansiedlung einer großflächigen Einzelhandelseinrichtung vorbereiten. Das Problem: Der Landesentwicklungsplan lässt gegenwärtig keine weiteren großflächigen Einzelhandelseinrichtungen am Elbepark zu.

"Um das zu ermöglichen, müsste das bestehende Sondergebiet für Einzelhandel ausgedehnt werden. Das würde auch das bereits vorhandene Einzelhandelsgewerbe stärken und beleben", erklärte Bürgermeisterin Trittel.

Eine Ausdehnung des Sondergebietes sei nur im Zuge eines sogenannten Ziel- abweichungsverfahren möglich. Dieses Instrument lässt das Landesplanungsgesetz zu. Allerdings dauert solch ein Verfahren erfahrungsgemäß mehrere Jahre.

"Eine andere wirtschaftliche Verwertung der bereits erschlossenen Gewerbeflächen ist aussichtslos", mutmaßte die Bürgermeisterin. Der Grund: In den vergangenen Jahren habe es immer wieder konkrete Anfragen wie die jüngste nach großen Einzelhandelsflächen gegeben. Der jetzige Investor will nicht nach Magdeburg, wo die Raumordnung aber großflächige Einzelhandelsflächen erlaubt. "Es geht um die Vorzüglichkeit unseres Standorts und um Arbeitsplätze für unsere Region", betonte Steffi Trittel.

Trittel: Diese Ansiedlung schafft Bleibeperspektiven in der Börde

2014 will die Gemeinde zusammen mit dem Landkreis Börde die mögliche Bebauung am Elbepark vorantreiben. "Wir erwarten die Unterstützung aller Gremien. Das Land kann sich diesen Leerstand, dieses Erscheinungsbild auf komplett erschlossenen Gewerbeflächen nicht leisten. Eine solche Ansiedlung schafft Bleibeperspektiven und wirkt dem Abwanderungsdruck gerade im ländlichen Raum entgegen. Gerade für den Einzelhandel ist der Elbepark in der ganzen ländlichen Börderegion einmalig", erklärte die Bürgermeisterin.

Sie räumte gleichzeitig ein: "Sicher wird es Widerstand der Stadt Magdeburg geben, doch die Vorzüge der sorgenfreien Immobilien in der Hohen Börde kann die Stadt nicht bieten. Übrigens wissen die Touristen oder Pendler auf der A2 nicht, wer diese vernachlässigten Flächen zu verantworten hat, sie sehen das Land in der Verantwortung und genau dort kann auch die Entscheidung getroffen werden."