Der Bauausschuss des Stadtrats hat empfohlen, kurzfristig rund 263500Euro für die Sanierung der Kästnerschule zur Verfügung zu stellen. Damit sollen weitere Ausschreibungen abgesichert werden.

Haldensleben l Für die Fortführung der Sanierungsarbeiten an der Grundschule "Erich Kästner" werden kurzfristig rund 263500 Euro benötigt. Nur so können weitere Ausschreibungen für einzelne Baumaßnahmen zeitnah gewährleistet werden, erklärte Stadt-Bauamtsleiter Ralf Krupp-Aachen den Mitgliedern des Bauausschusses des Stadtrats.

Er hat die Erfahrung machen müssen, dass "die Marktpreise im Baugewerbe derzeit galoppieren". Das hänge mit dem Stark-III-Förderprogramm des Landes zusammen, erklärte er. Denn mehr als 40 Förderanträge von Kommunen und freien Trägern wurden vom Land genehmigt, um Kindertagesstätten und Schulen energetisch zu sanieren und die Ausstattung von Schulen mit Computertechnik zu verbessern. "Die Auftragsbücher bei den Baufirmen sind daher voll, die Preise haben angezogen", so Krupp-Aachen.

Stadt-Bauamt kann keine weiteren sechs Wochen warten

Damit aber trotzdem der Bauablauf nicht ins Stocken gerät, muss die Stadt jetzt weitere Maßnahmen ausschreiben. Dafür werden die 263500 Euro benötigt - außerplanmäßig. Denn das Geld ist im Haushalt für 2014 zwar eingeplant, doch der Etat ist noch nicht beschlossen. "Selbst wenn der Stadtrat ihn am 23. Januar beschließt, dauert es noch vier bis sechs Wochen, bis er vom Landkreis genehmigt wird", machte Krupp-Aachen deutlich. "Solange können wir aber nicht warten." Der Vorschuss sei daher nötig.

Denn schon jetzt ist der geplante Fertigstellungstermin Ende August nicht mehr zu halten. Der aktuelle Bauablaufplan sieht die baurechtliche Abnahme des sanierten Schulgebäudes mittlerweile für den 27. November vor, die Übergabe soll einen Tag später erfolgen - drei Monate später als ursprünglich vorgesehen.

Auch die Kosten werden steigen. "Mit den 2,56 Millionen Euro werden wir nicht auskommen", stellte der Bauamtsleiter fest. Wie teuer die Sanierung der Schule im Endeffekt wird, lässt sich jedoch noch nicht sagen. Das werden die Ausschreibungen für die noch ausstehenden Bauarbeiten zeigen.

Einen Grund für die Kostenerhöhung sah Boris Kondratjuk (SPD) darin, dass der Unterricht in der Kästnerschule trotz der Baumaßnahme weiter laufe. "Dadurch spüren wir auch eine finanzielle Belastung", kritisierte er die Situation. Die Baufirmen müssten immer Rücksicht nehmen und kämen nur stückweise voran, meinte Kondratjuk.

"Das wird gern als Argument von den bauausführenden Firmen genutzt, doch Fakt ist, dass wir die Maßnahmen genau mit diesen Vorgaben ausgeschrieben haben", hielt Dezernent Henning Konrad Otto dagegen. Krupp-Aachen ergänzte: " Es ist eindeutig die Marktlage, die die Kosten in die Höhe treibt."

Schlechte Erfahrungen mit Hillersleben wirken nach

"Wir haben kein alternatives Gebäude, in dem wir die Schüler während der Bauzeit unterbringen können", so Otto weiter. Und nach den schlechten Erfahrungen, welche die Alsteinschüler während des Umbaus ihrer Schule im Ausweichquartier in Hillersleben gemacht hatten, sollte dies nicht auch den Kästnerschülern zugemutet werden, unterstrich Otto die Entscheidung, den Schulbetrieb während der Bauphase aufrecht zu erhalten.

Außerdem werde die Hillersleber Ohretalschule derzeit auch von der Evangelischen Sekundarschule mit genutzt, die ihr Domizil auf dem Süplinger Berg ebenfalls sanieren lässt, sagte der Dezernent. "Wir hätten zudem in die Ohretalschule erst einmal Geld stecken müssen, um dort überhaupt Schüler unterrichten zu können", erklärte er. Dies blieb daher auch der Evangelischen Sekundarschule nicht erspart, die rund 100000 Euro in das Hillersleber Ausweichquartier investiert hat.