Haldensleben l Er hat die Haldensleber Stadtwerke mit aufgebaut und leitet noch heute ihre Geschicke: Seit 20 Jahren ist Detlef Koch Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens. Zu seinem Dienstjubiläum spricht er sowohl über den Ursprung als auch die Zukunftspläne der Stadtwerke.

Kochs Zeit in Haldensleben begann 1992. "Mit Wirkung zum 1. Januar 1992 wurde ich als Prokurist der Stadtwerke Haldensleben eingestellt und nach zwei Jahren zum Geschäftsführer bestellt. Damals war ich mit 30 Jahren einer der jüngsten Geschäftsführer der Branche", so der gebürtige Helmstedter.

Anfangs habe für ihn vor allem der Aufbau der Stadtwerke im Vordergrund gestanden: "Als ich hierher kam, hatten wir zwei Büros, einen Gaskunden und die Wärmeversorgung. Das war alles", erinnert sich der Geschäftsführer. Mit den Jahren habe das Unternehmen immer mehr Versorgungsleistungen übernommen, wie zum Beispiel die Lieferung von Wasser und Strom. "Im Jahr 1996 haben wir das erste gasbetriebene Blockheizkraftwerk errichtet und sind in das Wärmeservicegeschäft eingestiegen", blickt Detlef Koch zurück.

Zwei Jahre später stand die nächste Herausforderung ins Haus: Mit der Liberalisierung der Energiewirtschaft mussten die Stadtwerke fit für den Wettbewerb werden. Zuvor hatten regionale Energieversorger praktisch eine Monopolstellung inne. "Wir haben innerhalb eines Vierteljahres alle Prozesse einer kritischen Prüfung unterzogen", erklärt Detlef Koch.

Der Energiemarkt sei von ständiger Veränderung und neuen Herausforderungen gezeichnet. "So war es auch für die Stadtwerke notwendig, sich aufgrund der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende auf die neuen Rahmenbedingungen vorzubereiten", berichtet Detlef Koch. Dieser Prozess dauere noch immer an. "Die Energie der Zukunft wird dezentraler, smarter und grüner. Mit unseren 21 Blockheizkraftwerken erzeugen wir bezogen auf den Haushaltsstrom schon über 70 Prozent der Strommenge dezentral und hocheffizient vor Ort."

Ambitionen zu einem beruflichen Wechsel habe Koch in all den Jahren nicht gehabt. "Ich fühle mich Haldensleben eng verbunden", sagt der Geschäftsführer. Also habe er der Stadt und den Stadtwerken "die Treue gehalten". Tatsächlich fällt die Bilanz der letzten 20 Jahre für Detlef Koch ausgesprochen positiv aus: "Ein Unternehmen komplett mit aufbauen und weiterentwickeln zu dürfen, ist in unserer heutigen kurzlebigen Zeit nicht selbstverständlich.

Zu den nächsten Zielen gehören für Detlef Koch zunächst die weitere Sanierung der Villa Albrecht und der Bau eines modernen Kundencenters im angrenzenden Park. Darüber hinaus haben die Haldensleber Stadtwerke einen weiteren Plan: Sie wollen ihr Versorgungsgebiet ausweiten. "Da wir uns als Unternehmen der ¿Region\' verstehen, ist es für uns folgerichtig, dass wir unsere Produkte auch in der gesamten Region anbieten", erläutert Detlef Koch. "Wir planen, ab Sommer 2014 auch Kunden außerhalb von Haldensleben mit Strom und Gas zu beliefern."

Das heißt konkret: In einem Radius von etwa 30 Kilometer rings um Haldensleben wollen die Stadtwerke in Sachen Energie "der Ansprechpartner Nummer 1" sein.