Nach einigen Jahren Pause gastierte am Sonnabend die Eilsleber Karnevalsgesellschaft mal wieder in Erxleben. Für ihr mehr als zweistündiges buntes Programm hatten sich die Jecken einiges einfallen lassen.

Erxleben l Bunter und abwechslungsreicher kann ein freier Abend am Wochenende kaum sein, als am Sonnabend im Erxleber Kulturhaus. Nach mehrjähriger Abstinenz hatten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Erxleben mal wieder Karnevalisten aus Eilsleben, die Karnevalsgesellschaft "Die Allertaler" (EKG) zu sich eingeladen. Und die drückten mit ihrem aktuellen Programm so richtig auf die Tube, brachten Stimmung, Spaß, gute Laune und jede Menge Musik mit.

So bunt wie auf der Bühne ging es auch davor zu. Die rund 170 Gäste hatten sich mit ihren Kostümen zumeist ordentlich ins Zeug gelegt und sich originelle Verkleidungen einfallen lassen. Ob Scheich oder Indianer, ob Bayernfans, Bierliebhaber, Chirurg oder Krankenschwester - der Phantasie waren einmal mehr keine Grenzen gesetzt.

Auf der Bühne führten die Elferrats-Chefs Dieter Hosang und Mario Neugebauer durch ein kurzweiliges Programm. Die Eilsleber hatten ihre unverwechselbare Bühnendekoration mitgebracht. Über dem Elferrat thronte das Prinzenpaar, Prinz Tobias und Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Kirsten. Neben ihnen saßen die Tänzerinnen der Prinzengarde, die im Laufe des Abends allerdings mehrmals zum Einsatz kamen.

Eilsleber Urgesteine sind die musikalischen "Wiesenpieper". Seit 1994 schon bereichern sie unter Leitung von Bernhard Veckenstedt das karnevalis- tische Treiben mit ihrer Musik. In diesem Jahr zum Beispiel berichtete das Trio über ihr "Holz am See" und arbeits- mäßig bedingte Blasen in spe.

Für Ordnung auf und an der Bühne sorgte die Narrenpolizei der EKG. Die Disziplin allerdings bändigte "Sheriff" Gerhard Jacobs. Die ließ manchmal nämlich sehr zu wünschen übrig, was die Lautstärke betraf. Unter dem Beifall des Publikums unterbrach er die Bütt von Opa Konfus und bat in kurzen, aber prägnanten Worten um Ruhe und Aufmerksamkeit. Opa Konfus alias Christian Wassermann, seit 2009 Büttenredner, widmete sich in diesem Jahr einem Thema, das wohl jeden schon einmal beschäftigt hat: der deutschen Sprache. Genauer gesagt nahm er aufs Korn, was die Jugend von heute so alles an (Kraft-)Ausdrücken verwendet, um normale oder auch weniger normale Alltagsaktivitäten zu beschreiben. Mit der aktuellen Jugendsprache wie Knie- beißen, Warmduschen, Kietzbotten, Zappelbude, rattig, weggebeamt oder geiler Schmacko, gestand Opa Konfus, habe er so seine Verständnisprobleme. Da blieb ihm nur noch ein Stoß- gebet: "O Herr, wir lernen, denken, sehen, laufen, doch hör ich unseren Kindern zu, dann könnt ich nur noch saufen"! Selbstverständlich bekräftigte er seine Worte mit einem entsprechenden Schluck aus dem Taschenwärmer.

Anmutig und originell präsentierten sich auch die Tanzgruppen der Eilsleber Karnevalisten. Nicht ohne Zugaben kamen die Tänzer von der Bühne, so auch beim Indianertanz, wo neben dem traditionellen Kreistanz der Rothäute auch allerlei Hebe- und Wurffiguren mit dem Tanzmariechen für zustimmende Pfiffe und Zugabe-Rufe sorgten.

Nach mehr als zwei Stunden Unterhaltung für das Narrenvolk übernahm die EKG-Band "Fiftyfifty" das Zepter und unterhielt das närrische Fußvolk noch einige Zeit weiter mit Tanzmusik. Am kommenden Wochenende sind "Die Allertaler" zu Gast im Nachbar-Allertal bei den Beendorfern. Am 15. und 22. Februar bespielen sie dann ihre eigene Stätte in Eilsleben.

 

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