Mit knapp sechs Millionen Euro will die Haldensleber Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) in diesem Jahr ihren Wohnungsbestand erweitern und modernisieren. Größtes Projekt mit rund fünf Millionen ist der Neubau von 31 Wohnungen an der Althaldensleber Gräwigstraße.

Haldensleben l Fast nahtlos knüpft die Haldensleber Wobau im neuen Jahr an die Erfolge des vergangenen an. Zumindest auf dem Papier, denn für 2014 hat sich das städtische Wohnungsbauunternehmen viel vorgenommen. Rund sechs Millionen Euro werde die Wobau in diesem Jahr investieren, macht ihr Geschäftsführer, Harald Schmidt, deutlich.

Schwerpunkt ist dabei das Neubauvorhaben an der Gräwigstraße in Althaldensleben. Hier sollen 31 neue Wohnungen entstehen - in Reihen- und maximal Zwei-Familien-Häusern. Knapp fünf Millionen Euro sind für diese Investition vorgesehen und bereits vom Aufsichtsrat der Wobau bestätigt.

Rauchmelder-Aktion wird im nächsten Jahr beendet sein

Etwa 290000 Euro gibt das Unternehmen für die Fassaden- und Balkonsanierung an der sogenannten Klagemauer, dem Neubaublock an der Köhlerstraße, aus. Dazu kommen noch einmal rund 78000Euro für die Erneuerung von Fenstern in 50 Wohnungen in der Rottmeisterstraße. Für einzelne Wohnungssanierungen sieht der Wirtschaftsplan der Wobau etwa 92000 Euro vor, für laufende Instandhaltungs- arbeiten sind rund 450000Euro geplant. Fortgeführt wird auch der Einbau von Rauchmeldern. Für gut 40000Euro sollen sie in den in den Wobau-Wohnungen in Althaldensleben, Wedringen und Satuelle sowie in den ersten Wohnungen im Roland-Viertel für mehr Sicherheit sorgen. "Der Rest kommt dann im nächsten Jahr, womit diese Maßnahme dann abgeschlossen sein wird", erklärt Harald Schmidt.

Gegen die diesjährigen Investitionen nehmen sich die rund 2,25 Millionen Euro des vergangenen Jahres fast schon bescheiden aus. Doch wenn auch die Jahresabschluss- prüfung noch aussteht, sei 2013 ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr für die Wobau gewesen, bilanziert der Geschäftsführer.

Leerstandquote deutlich unter Landesdurchschnitt

Als Erfolge zählt er den Neubau an der Süplinger Straße mit sechs Wohnungen sowie die Komplettsanierung der Rottmeisterstraße 25-29, wo 15 moderne Wohnungen entstanden sind, auf. Dazu kommen noch die Neugestaltung der Keller-eingänge und Außenanlage an der Klagemauer - ein Vorhaben, das gemeinsam mit der Wohnungsbaugenossenschaft "Roland" gestemmt wurde -, die Fassadenneugestaltung an der Schulstraße 16-18 sowie der Abschluss des "Dachprogramms" im Rolandviertel. Zudem ließ sich die Wobau die Einzelmodernisierung von Wohnungen mehr als 150000Euro kosten.

Investitionen, die sich laut Schmidt unterm Strich wieder auszahlen würden. "Unsere Leerstandsquote betrug im Durchschnitt 8,55 Prozent", berichtet er stolz und verweist auf den Landesdurchschnitt, der bei 16 Prozent liegt. Seine "Ladenhüter" kennt er: "Wohnungen in den fünften und sechsten Etagen auf dem Süplinger Berg bekommen wir einfach nicht vermietet. Selbst junge Leute haben keine Interesse daran." Und das trotz weiter steigender Zuzüge in die Stadt, wovon auch die Wobau profitiert. Eine bevorzugte Wohngegend kann Harald Schmidt dabei jedoch nicht feststellen. "Die neuen Mieter verteilen sich über das ganze Stadtgebiet."

Doch es gibt auch negative Entwicklungen. "Die Mietrückstände sind mittler- weile auf einem hohen Niveau", räumt der Geschäftsführer ein. Sie seien 2013 auf mehr als 100000 Euro angestiegen. Dementsprechend habe sich auch die Zahl der Kündigungen, die von der Wobau wegen ausbleibender Mietzahlungen nach dem dritten Monat ausgesprochen werden, erhöht. Und einen Lichtstreif am Horizont vermag Schmidt nicht wirklich auszumachen. "Die sozialen Verwerfungen werden zunehmen", ist er überzeugt. Doch auch dieser Aufgabe, so versichert er, werde sich die Wobau stellen. Ebenso bleibe das Unternehmen wichtiger Partner im Segment des angemessenen Wohnens für ALG-II-Empfänger.

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