In der voll besetzten Calvörder Sankt-Georg-Kirche ist der neue Pfarrer Jürgen Dittrich durch den Propst Matthias Blümel im Beisein der Gemeindekirchenräte und vieler Kollegen in sein Amt eingeführt worden. Nach zweieinhalb Jahren zieht der neue Geistliche mit seiner Frau Anke und seiner 14-jährigen Tochter in das Pfarrhaus.

Calvörde l "Aller guten Dinge sind drei. So heißt es in einer Redensart. Um drei Zahlen soll es auch in der Einführungsansprache gehen", sagte Propst Matthias Blümel bei der Begrüßung. Er zeigte im Gottesdienst den Flyer, auf dem die sechs Gotteshäuser zu sehen sind. Der Propst erklärte, dass die erste Zahl die Sechs ist, denn es sind sechs Kirchen und Kirchgemeinden, die zum Pfarrverband Calvörde-Uthmöden gehören. "Sechs ist nicht die Zahl der Vollständigkeit. Sie haben sechs Kirchen und Kirchgemeinden, aber sie haben sieben Predigtstätten. Sieben ist die Zahl der Vollständigkeit. Nicht abgebildet ist Dorst, wo regelmäßig Gottesdienste in einem Schloss gehalten werden - wer hat das schon?", sagte er schmunzelnd. Die dritte Zahl ist die Zehn, denn es gibt zehn Ortschaften.

Mit der Redensart "Was lange währt, wird gut" pries der Propst Blümel den neuen Pfarrer an. Blümel erinnerte an die lange Vakanzzeit und dankte den ehrenamtlichen und den Kirchenvorstehern sowie im Besonderen dem "Unruheständler" Andreas Knauf und dessen Frau, der Katechetin Katharina Knauf. Lobende Worte gingen an die Pastoren, die Lektoren und Prädikanten, die Gottesdienste feierten.

Und weil aller guten Dinge drei sind, hatte der Propst drei Geschenke für den Neuen im Amt. Das war erstens ein Pfarramtskalender des braunschweigischen Pfarrervereins. Das zweite Geschenk war eine über 900-Seiten starke Geschichte der evangelisch-lutherischen Landeskirche. Schokolade und eine Dose mit Freudenstrahlen zählte als drittes Geschenk. "Wenn es mal ganz dicke kommt, dann beiße in eine der drei Ohnmachtshappen aus Schokolade. Wenn selbst das nicht reicht, gibt es nur eines, dann rufe deinen Propst an", schlug er vor.

"In den letzten zwei Wochen nach meinem Einzug ins Pfarrhaus gab es abends Momente, wo ich das Gefühl hatte, mir fallen im Stehen die Augen zu. Aber das gibt es ja nicht nur, wenn man Umzugskartons einpackt", erzählte Jürgen Dittrich. Es gäbe auch eine andere Art von Müdigkeit.

Der Pfarrer sei bildlich gesehen wie beim Fußball ein Teil der Mannschaft, der eine besondere Qualifikation hat, nämlich das Theologiestudium. "Aber geistliche Erfahrungen mit Gott hat ein Pfarrer nicht anders, als jeder von euch", betonte er. Ein Pfarrer wäre höchstens so etwas wie der Trainer einer Mannschaft. "Aber da passt das Bild nicht mehr, denn der Pfarrer sieht nicht vom Rand aus zu, er spielt gleichzeitig als Teil der Mannschaft mit. Deshalb betet darum, dass meine Hände nicht müde werden, dem Frieden nachzujagen."

Kirchenvorsteher Michael Wolf sprach im Auftrag der Kirchenvorstände des Pfarrverbandes und gestand, dass die Zeit - genau 874 Tage - ohne Pfarrer sehr schwierig war. "Wir fühlten uns oft allein gelassen. Und doch blieben wir unserem Pfarramt treu", blickte er zurück. Es habe zwar Hilfe von der Landeskirche und von der Propstei gegeben, aber nur mit der Unterstützung vieler engagierter Menschen konnte die Vakanzzeit überbrückt werden. Ein Dankeschön ging an Roswitha Gadau. "Frau Gadau musste allein das Pfarrbüro verteidigen", beschrieb Wolf und belohnte sie und ihren Mann dafür mit einem Gutschein für ein Essen.

Auch Katharina und Andreas Knauf holte Wolf nach vorn. "Vieles wäre ohne euch nicht zu realisieren gewesen. Ihr habt die Christenlehrekinder und Konfirmanden begleitet." Im Besonderen bei den Sanierungsarbeiten an der Kirche und der Orgel war Knauf ständig im Einsatz. "Schön, dass Sie und Ihre Familie sich der Herausforderung stellen. Wir freuen uns als Kirchenvorstände auf die Zusammenarbeit", sagte Wolf und wünschte dem Neuen das Augenmaß, um immer den richtigen Weg zu finden.

 

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