19 Grundstücksbesitzer in Loitsche waren im Juni vergangenen Jahres vom Hochwasser betroffen. Sie fordern von der Gemeinde einen besseren Hoch- wasserschutz. Der ist aber Landessache. Trotzdem reagierte der Gemeinderat und gab ein Konzept in Auftrag, das auf der Ratssitzung am Montag vorgestellt wurde.

Loitsche-Heinrichsberg l Nicht das Elbehochwasser, sondern das Wasser der Ohre, das nicht in die Elbe abfließen kann, sorgte 2002 und besonders im Juni 2013 für Überflutungen in Loitsche. Das soll künftig möglichst ausgeschlossen werden.

"Wir streben eine dauerhafte Lösung an", machten Andreas Thiel und Matthias Lother vom Magdeburger Ingenieurbüro IGT deutlich. Der Entwurf des Hochwasserschutzkonzeptes sieht mehrere Varianten vor. So könnte sich Thiel eine Kombination aus Erdwällen, Dammbalkensystemen und spundwandgegründeten Mauern vorstellen. Vorgesehen sind Schutzmaßnahmen bis zu 43,5 Höhenmetern. Im Juni lag der höchste Wasserstand bei 43 Metern.

"Bereits ein Erdwall mit einer Höhe von 3,5 Metern benötigt am Fuß 25 Meter Breite."

"Das Problem ist der fehlende Platz. Bereits ein Erdwall mit einer Höhe von 3,5 Metern benötigt wegen des Böschungswinkels am Fuß 25 Meter Breite", nannte der Planer ein Beispiel. Die Verteidigungslinie gegen das Hochwasser ziehe deshalb Eingriffe in persön- liche Gegebenheiten und in die Landschaft nach sich, betonte Thiel.

Um etwa die Gärten und Wohngrundstücke nicht zu sehr zu beeinträchtigen, kann der Erdwall stellenweise nicht in der benötigten Höhe und nicht überall aufgeschüttet werden. "Man könnte eine mobile Hochwasserschutzwand vorsehen, bei der die Fundamente für die Stäbe bereits in den Deich eingelassen sind. Damit sind zusätzliche Höhen bis zu 1,5 Meter händelbar", informierte der Planer über das sogenannte Dammbalkensystem. Für besonders enge Stellen unmittelbar an der Wohnbebauung schlagen die Ingenieure eine spundwandgegründete Mauer vor.

Zahlreiche Bürger, vor allem Hochwasseropfer, waren zur Ratssitzung gekommen, um sich das vorgestellte Schutzkonzept anzuhören. Marika Blume, die stellvertretend für die erkrankte Bürgermeisterin Bettina Seidewitz die Sitzung leitete, unterbrach für einige Minuten, damit die Bürger Fragen an die Fachleute richten konnten. Sie wollten vor allem wissen, wann die Planungen ín die Realität umgesetzt werden können.

Dazu ist in erster Linie die Bereitschaft einiger Grundstücksbesitzer erforderlich, die Flächen bereitstellen müssen. Außerdem bedarf es inten- siver Abstimmungen mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz, so die Planer.

Andreas Thiel merkte an, dass bis zur Realisierung der vorgeschlagenen Maßnahmen noch viel Vorarbeit notwendig ist. "Jetzt stehen in erster Linie exakte Vermessungen an, obwohl wir in dieser Hinsicht vom Bauamt der Verbands- gemeinde Elbe-Heide und vom Kaliwerk Zielitz hervorragend unterstützt werden. Erst danach können wir mit den konkreten Planungen beginnen", so Thiel.

Probleme gibt es auch mit dem in Loitsche anstehenden gespannten Grundwasser, das sich seinen Weg an die Oberfläche über artesische Brunnen sucht, sowie durch die Zuläufe aus Norden, etwa den Ramstedter Mühlengraben. Dieses Wasser und eventuelle Starkniederschläge müssen ungehindert abfließen können und im Hochwasserfall über den Schutzdeich geführt werden.

Abhängig von der Bereitschaft, die benötigten Flächen zur Verfügung zu stellen, könnte der Loitscher Hochwasserschutz bereits in drei Jahren wirksam werden. Die Gemeinde Loitsche-Heinrichsberg plant dafür in ihrem Haushalt für 2015 und 2016 jeweils eine Million Euro ein.